So ungleich ist das Vermögen verteilt

Berater von Martin Thaler

Die Schere beim Vermögen in Deutschland klafft weiter auseinander, stellt eine Studie der Bundesbank fest. Von steigenden Aktienkursen und Immobilienpreisen profitieren vor allem die Vermögenden.

Die Ungleichheit bei der Verteilung von Vermögen in Deutschland nimmt zu, sagt eine Studie der Bundesbank. Foto: Jonathan Stutzt - fotolila.de

Den andauernden Niedrigzinsen und steigenden Aktienkursen sowie Immobilienpreisen zum Trotz – die Deutschen bleiben bei der Auswahl ihrer Geldanlage konservativ. Zu diesem Schluss kommt die Bundesbank in den an diesem Montag vorgestellten Vermögensbericht.

Dem Bericht zufolge, den die Bundesbank zum zweiten Mal nach 2010 erstellte, bleibt die Lieblingsanlage der Deutschen das Sparbuch. 72 Prozent der 4.500 von der Bundesbank befragten Haushalte gaben an, ein solches zu besitzen. Allerdings lag die Anzahl der Sparbuchbesitzer um sechs Prozent niedriger als noch 2010.

Eine kapitalbildende Lebensversicherung bzw. private Rentenversicherung besaßen 46 Prozent der Befragten – damit blieb diese Anlageoption in der Beliebtheit der Deutschen nahezu unverändert (2010: 47 Prozent).  

Trotz steigender Aktienkurse ließen die Deutschen zumeist die Finger von Aktien. Gerade einmal zehn Prozent gaben an, diese zu besitzen (2010: 11 Prozent). Die Beteiligung von Fonds ging im untersuchten Zeitraum von 19 auf 16 Prozent zurück. Festzustellen war zudem, dass vor allem Haushalte mit größerem Vermögen ihr Geld in Aktien anlegten – und letztlich dadurch auch von den steigenden Kursen profitieren konnten.

Dies kann möglicherweise auch als ein Grund für die weiterhin im Vergleich zu anderen Ländern im EU-Raum relativ große Ungleichheit in der Vermögensverteilung sein. So besaß etwa die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung in Deutschland rund 60 Prozent des gesamten Nettovermögens, die unter Hälfte kam hingegen nur auf 2,5 Prozent des Nettovermögens.

Auch beim Thema Hausbesitz konnte die Bundesbank trotz niedriger Zinsen und günstigen Baufinanzierungs-Konditionen keinen Unterschied zu 2010 festmachen. 44 Prozent der Befragten gaben hier an, „Eigentum am Hauptwohnsitz“ zu besitzen – genauso viele wie vier Jahre zuvor. Der sonstige Immobilienbesitz, also beispielsweise der Besitz einer Mietwohnung, erhöhte sich leicht von 18 auf 20 Prozent.