„Die Gold-Rallye verliert an Schwung“

Investmentfonds Investment-Talk Top News von Julia Groth

Der Aufwärtstrend am Goldmarkt könnte bald vorbei sein, sagt Ole Hansen, Rohstoffexperte der Saxo Bank. Auch beim Ölpreis rechnet er mit einem neuen Sturz.

Ole Hansen, Rohstoffexperte der Saxo-Bank, erwartet beim Öl Kursstürze.

procontra: Der Goldpreis ist seit Jahresbeginn kräftig gestiegen. Was ist da los?

Ole Hansen: Gold hat seit Januar eine phänomenale Rallye hingelegt, vor allem, weil die US-Notenbank nicht wie erwartet den Leitzins weiter erhöht hat. Spekulative Investoren setzen nicht länger auf einen fallenden, sondern auf einen steigenden Goldpreis, Langfrist-Investoren kehren auf den Goldmarkt zurück. Im Vergleich zu vielen sicheren Staatsanleihen, die jetzt teilweise Geld kosten statt welches zu bringen, erscheint Gold vordergründig attraktiv. Die Gold-Rallye verliert allerdings seit kurzem an Schwung. Es dürfte bald eine Konsolidierung geben.

procontra: Warum?

Hansen: Seit Anfang Januar hat der Goldpreis um rund 20 Prozent zugelegt. Damit ist er stärker gestiegen als sonst in einem ganzen Jahr. Das sollte bei Anlegern die Alarmglocken schrillen lassen.

procontra: Ist es zu spät, um jetzt noch einzusteigen?

Hansen: Das hängt vom Anlagehorizont ab. Wenn man für mehrere Jahre investieren will, ist es nicht zu spät zum Einstieg. Ich würde allerdings abwarten, bis der Preis wieder etwas gesunken ist. Ein Preis von unter 1200 US-Dollar je Feinunze bietet sich für einen Einstieg an. Zurzeit steht der Goldpreis bei rund 1218 US-Dollar.

procontra: Wird der Silber- dem Goldpreis folgen, wenn es wieder abwärts geht?

Hansen: Silber wird im laufenden Jahr besser abschneiden als Gold. Es ist seit Jahren der Underdog unter den Edelmetallen. Vor einigen Wochen hat sein Preis im Vergleich zu Gold den niedrigsten Stand seit rund acht Jahren erreicht. Seitdem geht es aufwärts: Weil der Goldpreis stark gestiegen ist, suchen Anleger nach alternativen Edelmetallinvestments und werden bei Silber fündig. Darüber hinaus fällt rund die Hälfte der Silberproduktion beim Abbau anderer Metalle wie Kupfer ab. Weil die Förderung dieser Metalle sinkt, dürfte auch das Silber-Angebot sinken. Das wird den Silberpreis weiter treiben.

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