Demenz: Muss mein Versicherer von der Erkrankung wissen?

Berater von Michael Fiedler

Unfallversicherung: Was muss ich bei Demenz beachten?

Generell haben ältere Menschen natürlich ein höheres Unfallrisiko. Dennoch sind Demenzkranke am Anfang ihrer Erkrankung noch ganz normal versichert. Stürzt man unglücklich, sodass Spätfolgen entstehen, leistet die Private Unfallversicherung die vereinbarten Leistungen. Anders sieht es aus, wenn man sich bereits in einer der offiziellen Pflegestufen befindet. Ab Pflegestufe 2 zählt man bei fast allen Unfallversicherern zum Kreis der sogenannten nicht-versicherbaren Personen. Die Unfallversicherung greift in solchen Fällen nicht mehr.

Hausratversicherung: Mit Demenz sicher zuhause

„Wenn Demenzkranke vergessen, bei Regen das Fenster zu schließen oder beim Verlassen des Hauses abzusperren, ist der Hausrat gefährdet. Rechtlich gesehen wird eine Demenzerkrankung aber nicht als sogenannte Gefahrenerhöhung gesehen und hat deshalb grundsätzlich keinen Einfluss auf die Hausratversicherung“, erklärt Petra Schindler, Expertin für Hausratversicherungen bei der Gothaer. Dennoch gelten natürlich dieselben Bedingungen wie für jeden anderen auch: Stand beispielsweise bei einem Einbruch mit Diebstahl die Haustür offen, gibt es oft nicht den vollen Ersatz für die gestohlenen Gegenstände. Daher sollten Angehörige sich überlegen, zu welchem Zeitpunkt das Alleinewohnen für den Erkrankten zu unsicher wird und professionelle Betreuung nötig ist.

Pflege: Welche Möglichkeiten gibt es zur Absicherung von Demenzkranken?

Viele Demenzkranke sind noch recht rüstig. Sie sind zwar in ihren geistigen und sozialen Kompetenzen eingeschränkt, meistern ihren Alltag aber noch relativ selbstständig. Bei der Diagnose kann aber die Pflegestufe 0 beantragt werden, die ein monatliches Betreuungsgeld von 120 Euro oder bis zu 225 Euro an Sachleistungen bietet. Verglichen mit den tatsächlichen Kosten des Pflege- und Betreuungsaufwandes Demenzkranker reichen diese gesetzlichen Leistungen bei weitem nicht aus. Zur adäquaten Absicherung des erhöhten Betreuungsbedarfs von Demenzkranken ist eine private Pflegeversicherung mit hoher Flexibilität zwingend erforderlich.

*§ 827
Ausschluss und Minderung der Verantwortlichkeit

Wer im Zustand der Bewusstlosigkeit oder in einem die freie Willensbestimmung ausschließenden Zustand krankhafter Störung der Geistestätigkeit einem anderen Schaden zufügt, ist für den Schaden nicht verantwortlich. Hat er sich durch geistige Getränke oder ähnliche Mittel in einen vorübergehenden Zustand dieser Art versetzt, so ist er für einen Schaden, den er in diesem Zustand widerrechtlich verursacht, in gleicher Weise verantwortlich, wie wenn ihm Fahrlässigkeit zur Last fiele; die Verantwortlichkeit tritt nicht ein, wenn er ohne Verschulden in den Zustand geraten ist

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