Das Zinstief wird Anleger noch lange quälen

Investmentfonds Top News von Stefan Terliesner

Umfrage von procontra unter Vermögensverwaltern: Hohe Staatsverschuldung macht straffere Geldpolitik extrem schwierig. Aktien und Alternative Investments als Ausweg für Anleger.

Einrichten in der Niedrigzinsphase: Was können Anleger nun tun? Bild: Fotolia/CPN

Morgen wird die Europäische Zentralbank sehr wahrscheinlich den Einlagensatz für Geschäftsbanken noch weiter in negatives Terrain absenken und möglicherweise zusätzlich noch mehr Anleihen aufkaufen, um auch das Zinsniveau im mittleren und langfristigen Laufzeitenbereich zu drücken. Nach Meinung zahlreicher Ökonomen wächst dadurch die Gefahr für die Finanzstabilität. Jetzt hat procontra Vermögensverwalter gefragt, wie lange die Negativ- und Mini-Zinsen Anleger noch begleiten und wie sie darauf reagieren sollten.

Uwe Eilers, Vorstand Geneon Vermögensmanagement AG, Königstein

Frage: Wie lange könnten die Negativ- und Mini-Zinsen Anleger noch begleiten?

Die EZB scheint gewillt zu sein, die Maßnahmen noch auszuweiten. Schließlich ist die Inflationsrate noch weiter gefallen statt dem Wunsch der EZB mit einem Anstieg willens zu sein. Bis die Inflationsrate in Richtung der gewünschten 2 Prozent marschiert, kann es noch dauern, meines Erachtens durchaus noch zwei Jahre.

Frage: Was können Anleger tun?

Ein Ausweg aus der Zinsfalle ist sehr schwierig. Eine stärkere Diversifizierung in risikoreichere Assets, vor allem Aktien verschiedenster Länder und Branchen, ist vonnöten. Auch Rohstoffe können als spekulative Anlageform berücksichtigt werden. Dafür gibt es verschiedenste ETCs. Folge ist eine deutlich erhöhte Schwankungsbreite im Portfolio, selbst wenn innerhalb der Risiko-Assets gut diversifiziert wird. Dies muss dem Anleger bewusst sein und aushalten, falls es auch einmal in die falsche Richtung geht. Ein zusätzliches Risikomanagement kann entsprechend ratsam sein, auch wenn dies dann wieder einen Teil der Performance fressen sollte. Eine vermeintliche Alternative in der Diversifizierung könnten Immobilien darstellen. Allerdings muss man sich bewusst sein, dass dieses Segment bereits steilen Anstieg hinter sich hat. Aus dem Grund würde man mit Immobilien zwar diversifizieren können, allerdings mit dem erheblichen Risiko eines langfristigen Rückgangs, spätestens wenn die Zinsen wieder einen Anstieg erleben sollten.“

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