„Das Anlagethema Wasser wird nie schal“

Investmentfonds von Martin Thaler

Das Geschäft mit Wasser ist ein Milliardenmarkt. Über zuletzt sinkende Renditen, Risiken für Anleger und die größten Chancen entlang der Wertschöpfungskette sprach procontra mit Fondsmanager Dieter Küffer.

Foto: RobecoSAM

Am 22. März jährt sich der Weltwassertag zum 24. Mal. Dieter Küffer, Portfoliomanager des RobecoSAM Sustainable Water Fund, gibt im Interview einen Einblick in dieses Anlagethema.  

procontra: Über Jahre erwirtschafteten Wasserfonds beachtliche Renditen. Seit vergangenem Jahr scheint dieser Trend durchbrochen. Was sind die Gründe hierfür und welche Erwartungen haben Sie für die nächste Zeit?

Dieter Küffer: Die RobecoSAM Wasseranlagestrategie hat vor Kosten seit Beginn im September 2001 bis Ende 2015 im Durchschnitt 10,1 Prozent pro Jahr (in Euro) rentiert. Im gleichen Zeitraum brachten globale Aktien gemessen am MSCI World Index ND 6,2 Prozent pro Jahr. Auch im letzten Jahr entwickelte sich die Strategie mit 1,4 Prozent besser als globale Aktien. Relativ gesehen entwickelte sich der Fonds also durchaus positiv, wenn auch absolut nichts so stark wie die anderen Jahre. Da der Fonds, mit Hauptanlagewährung Euro, stark von den globalen Aktienmärkten und auch den Veränderungen der Wechselkurse abhängt, kann es zwischendurch auch schwächere Jahre geben. Anlagen in Aktien generell und auch im Bereich Wasser sollten immer in einem langfristigen Kontext gesehen werden. Denn eines ist klar: das Anlagethema Wasser wird nie schal.  

procontra: Wie werden Sie Ihr Portfolio denn ausrichten, damit das Thema Wasser für Ihre Anleger nicht schal, sondern prickelnd bleibt?

Küffer: Der Fonds hat eine relativ ausgeglichene Strategie mit Investitionen in eher defensiven Bereichen wie Versorgern und Analysegeräte und eher zyklischen Bereichen wie Kapitalgüter und Ingenieursdienstleistungen. Zurzeit sind Titel aus dem Bereich Analysegeräte übergewichtet. Baumaterialien sind untergewichtet. China ist zurzeit ebenfalls untergewichtet, obwohl der chinesische Wassermarkt viel Wachstumspotential bietet. Bei einigen Chinesischen Unternehmen hatten wir nicht investiert, da die Bewertung eher teuer war oder die Nachhaltigkeit insbesondere im Bereich Corporate Governance unterdurchschnittlich war. Unser Ziel ist es langfristig die Renditen der globalen Aktien zu übertreffen, was uns kumuliert seit Beginn der Strategie im Jahr 2001 sehr gut gelungen ist.  

procontra: Stichwort Nachhaltigkeit: Welche Nachhaltigkeits-Kriterien setzen Sie bei der Einzeltitel-Auswahl an?           

Küffer: Firmen, die Lösungen zur Bewältigung der Wasserkrise liefern, haben per se einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft und die Natur. Daher sehen wir Investition in die Lösungsanbieter per se als nachhaltig an. Wir wenden zusätzlich bei allen unseren Fonds Ausschlusskriterien wie zum Beispiel Geschäftsaktivitäten im Bereich umstrittener Waffen an. In unserem Wasser-Anlageuniversum wurde jedoch nur eine Firma aufgrund dieser Kriterien ausgeschlossen. Dieses Unternehmen war neben Ihrem Wassergeschäft auch in einigen Rüstungsgeschäften tätig. Finanzielle materielle ESG (Environmental, Social, Governance)-Aspekte fließen zudem auch in unsere Bewertungsmodelle ein. Firmen mit starkem ESG-Profil verdienen unseres Erachtens eine höhere Bewertung, da sie Risiken besser handhaben und bessere Wachstumschancen aufweisen.  

Seite 1: Wie Wasser-Investments prickelnd bleiben

Seite 2: Die größten Chancen entlang der Wertschöpfungskette

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