Darlehensvermittlung: § 34c reicht für „Alte-Hasen“

Berater Top News von Michael Fiedler

Was gilt ab dem 21.03.2016?

Ab dem 21.03.2016...

  • dürfen Inhaber einer Erlaubnis gem. § 34c Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 bis 20.03.2017 weiter Immobiliardarlehensverträge an Verbraucher vermitteln
  • gibt es für Inhaber einer Erlaubnis nach § 34c Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 eine einjährige Übergangsfrist für die Beantragung ihrer neuen § 34i Erlaubnis. Bis zum 20.03.2017 muss der zuständigen Behörde (je nach Bundesland Gewerbeamt oder IHK) die VSH-Bestätigung sowie die Qualifikation (entweder ein anerkannter Abschluss oder Nachweis des "Alte-Hasen-Status") nachgewiesen werden.
    Vorteil: Wer diese Übergangsfrist nutzt, muss nicht erneut seine Zuverlässigkeit und geordnete Vermögensverhältnisse nachweisen.
  • ist das Gesetz in Kraft und alle neuen Regeln in der Beratung und Vermittlung müssen angewandt werden.

Nachweise für „Alte-Hasen“

Um die „Alte-Hasen-Regelung“ zu nutzen, muss nachgewiesen werden:

  • Erlaubnis gem. § 34c Abs. 1 Satz 1 Ziffer 2* (bzw. Arbeitszeugnisse) seit 21. März 2011 lückenlos und
  • zusätzlicher lückenloser Nachweis der Vermittlungs- oder Beratungstätigkeit durch Provisionsabrechnungen und/oder Arbeitsvertrag/-zeugnisse. Sprich: Aus den Abrechnungen muss sich der Nachweis mindestens einer Vermittlungs- oder Beratungstätigkeit pro Jahr ergeben. Kein Mindestdarlehensvolumen.

 

Anerkannte Qualifikationen

Folgende Berufsqualifikationen und deren Vorläufer werden anerkannt (Stand 25.02.2016):

  • Immobilienkaufmann oder -frau
  • Bank- oder Sparkassenkaufmann oder -frau
  • Kaufmann/-frau für Versicherungen und Finanzen "Fachrichtung Finanzberatung" wenn:

    1. Abschlussprüfung nach der bis 31. Juli 2014 geltenden Ausbildungsordnung abgelegt wurde oder
    2. Abschlussprüfung nach der ab dem 1. August 2014 geltenden Fassung der Ausbildungsordnung abgelegt wurde und die Wahlqualifikationseinheit private Immobilienfinanzierung und Versicherungen gewählt wurde, oder
    3. Abschlussprüfung nach der ab dem 1. August 2014 geltenden Fassung der Ausbildungsordnung abgelegt wurde und die Wahlqualifikationseinheit private Immobilienfinanzierung und Versicherungen gewählt wurde

  • Immobilienfachwirt oder -wirtin (IHK)
  • Bankfachwirt oder -wirtin (IHK),
  • Fachwirt oder -wirtin für Finanzberatung (IHK)
  • Fachwirt oder -wirtin für Versicherungen und Finanzen (IHK)
  • Fachberater oder -beraterin für Finanzdienstleistungen (IHK) zzgl. einer mindestens zweijährigen Berufserfahrung im Bereich der Immobiliardarlehensvermittlung
  • Abgeschlossenes mathematisches, wirtschafts- oder rechtswissenschaftliches Studium an einer Hochschule oder Berufsakademie i.V.m. Nachweis erforderlicher Sachkunde (i.d.R. durch mindestens dreijährige Berufserfahrung im Bereich der Immobiliardarlehensvermittlung)

Diese Liste ist laut AfW abschließend. Das bedeutet: Abschlüsse, die dort bzw. in § 4 ImmVermV nicht aufgezählt werden, kommen auch nicht in die Anerkennung.
Hinweis: Die Qualifikationsanforderungen gelten übrigens auch für alle Mitarbeiter im kundenbezogenen und nichtkundenbezogenen Bereich, einschließlich Personen in leitenden Positionen, die eine wichtige Rolle im Kreditverfahren spielen. Also auch die Geschäftsleitung.

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