Zinszusatzreserve zeigt Wirkung in Beständen

Versicherungen LV-Check von Robert Krüger Kassissa

Assekurata hat die Überschussbeteiligung deutscher Lebensversicherer untersucht. Die Studie zeigt, dass die Zinszusatzreserve (ZZR) bereits eine beachtliche Wirkung auf die garantierte Verzinsung der Versichertenbestände hat. Aber es bedarf weiterer Zuführungen.

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Die seit 2011 stufenweise aufgebauten Zinszusatzreserven haben laut Assekurata dazu geführt, dass die Lebensversicherer Ende 2015 effektiv noch ein Garantieniveau von durchschnittlich 2,59 Prozent bedienen müssen. Ohne Zinszusatzreserven läge die Garantiezinsanforderung in den Beständen mit 2,97 Prozent um 38 Basispunkte höher. „Dies zeigt, dass die Zinszusatzreserve ökonomisch wirkt und die bilanzielle Widerstandsfähigkeit der Anbieter messbar stärkt“, erklärt Lars Heermann, Bereichsleiter Analyse der Assekurata Assekuranz Rating-Agentur. Jedoch belastet sie die zu verteilende Rohüberschüsse und damit den finanziellen Spielraum für höhere Überschussbeteiligungen. So sank die laufende Verzinsung in der privaten Rentenversicherung um 30 Basispunkt auf nunmehr 2,86 Prozent.


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ZZR rund vier Prozent der bilanziellen Deckungsrückstellungen

Der Bestand der zum Jahresende 2015 vorhandenen Mittel beträgt rund vier Prozent der bilanziellen Deckungsrückstellungen der Lebensversicherer. „Dies resultiert in einem branchenweiten Gesamtvolumen von gut 30 Milliarden Euro“, sagt Heermann. Das gesamte bilanzielle Eigenkapital der Lebensversicherer lag Ende 2015 bei schätzungsweise 15 Milliarden Euro. Damit haben die deutschen Lebensversicherer in den vergangenen fünf Bilanzjahren bereits das Doppelte ihres bilanziellen Eigenkapitalbestandes als zusätzliche Zinsvorsorge nachreserviert. Davon entfallen allein auf 2015 rund zehn Milliarden Euro, was ein bisheriger Höchstwert an jährlicher Reservezuführung ist. „Bezogen auf die Nettoverzinsung mussten die Lebensversicherer für die Zinszusatzreserve im Jahr 2015 rechnerisch etwa 120 Basispunkte an Kapitalanlageertrag erwirtschaften, was in einem anhaltenden Niedrigzinsumfeld sehr herausfordernd ist“, so Heermann.

Bei Annahme gleichbleibender Zinskonditionen wird der Referenzzins 2016 bei 2,58 Prozent und damit die 2,75 Prozent-Marke unterschreiten. Damit wären neben den Rechnungszinsgenerationen 4,00 Prozent, 3,50 Prozent, 3,25 Prozent und 3,00 Prozent auch erstmals die Verträge mit einem Rechnungszins von 2,75 Prozent von der Zinsreservierung betroffen. Diese machen etwa 15 Prozent der gesamten konventionellen Deckungsrückstellung aus. Im Jahr 2017 würde der Referenzzins auf 2,24 Prozent und im Jahr 2018 auf 1,90 Prozent fallen und damit erstmals unter die 2-Prozent-Marke.


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