Knip schießt zurück

Berater von Robert Krüger Kassissa

„Old economy“ in Form der DVAG und „new economy“ in Form von Knip geraten derzeit heftig aufeinander. Wie sich das FinTech gegen die DVAG-Vorwürfe wehrt.

Foto: Dennis Just, Gründer und CEO der Knip AG

„Knip, Clark, GetSafe, simplr, asuro, treefin, TED oder FinanceFox – fast jede Woche erscheint derzeit eine neue Versicherungs- oder Finanz-App, die für ihre Nutzer alle vorhandenen Verträge bündeln will“, schreibt Helge Lach, Vorstandsmitglied bei der Finanzberatung Deutsche Vermögensberatung AG (DVAG) in einem Blogeintrag. „Die kleinen Helfer sehen smart aus, arbeiten aber oft mit einer Maklervollmacht“, kritisiert Lach. „Ob die User wissen, was sie tun, wenn sie sich registrieren?“. Die Tragweite einer Maklervollmacht sei den meisten Versicherungskunden nicht bewusst: Dass der so bevollmächtigte Anbieter sogar das Recht habe, im Namen des Kunden Verträge zu kündigen und neu abzuschließen.

Im digitalen Blindflug unterwegs

„Ahnt der Kunde im Einzelfall, dass ihm zum Beispiel bei der Umdeckung einer Kranken- oder Lebensversicherung ein erheblicher wirtschaftlicher Schaden entstehen kann? Wurde er darauf vom App-Betreiber aufmerksam gemacht?“. Wer sich auf die neuen Wettbewerber einlasse, „setzt sich dem Risiko aus, durch die Maklervollmacht bei der Versicherung elementarer Lebensrisiken im digitalen Blindflug unterwegs zu sein“, schreibt Lach.

Genau deshalb habe der Gesetzgeber ja hohe Anforderungen an jeden Versicherungsvermittler und besonders hohe an Versicherungsmakler gestellt. Nach Ansicht des DVAG-Vorstandsmitglied sei jedoch nicht davon auszugehen, dass alle FinTechs diese hohen Anforderungen auch erfüllen. Damit spricht DVAG-Lach einen Umstand aus, der vielen in der Branche ein Dorn im Auge ist. Das nicht unbedingt transparente Agieren der FinTechs als „ganz normale“ Versicherungsmakler.  

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