„Hochzinsanleihen bieten Einstiegschancen“

Investmentfonds Investment-Talk Top News von Julia Groth

Schoenhaut: Klar: Hochzinsanleihen haben ein höheres Risiko als Investment-Grade-Anleihen. Sie bieten aber auch deutlich höhere Zinsen. Wenn man selektiv vorgeht, ist das Risiko vertretbar. Man darf eben nicht einfach die Hochzinsanleihen mit der höchsten Verzinsung kaufen, auch wenn es verlockend ist. Stattdessen muss man das Risikomanagement in den Vordergrund stellen. Der US-Hochzinsmarkt ist vor allem wegen der Probleme im Energiesektor unter Druck geraten. Diese Probleme haben dazu geführt, dass viele Investoren High-Yield-Bonds aller Branchen verkauft haben. Aus unserer Sicht bietet diese Situation Einstiegschancen.

procontra: In Europa investieren Sie derzeit kaum. Warum nicht?

Schoenhaut: Auf der Aktienseite haben wir eine relativ starke Position in Europa. Von den 30 Prozent Aktien, die wir aktuell halten, stammen mehr als 20 Prozent aus Europa. Vergleicht man diese Zahlen mit einem globalen Aktienindex, haben wir europäische Papiere sogar stark übergewichtet. Wir sehen in Europa interessante Dividendenrenditen und gehen davon aus, dass sich die wirtschaftliche Lage sukzessive verbessert. Allerdings haben wir unsere gesamte Aktienposition in den vergangenen Monaten reduziert. Auf der Rentenseite investieren wir in Hochzins- und Hypothekenanleihen, und das sind Segmente, in denen die USA attraktiv erscheinen. Davon abgesehen haben wir ein Portfolio, das Anlagen in 87 Ländern umfasst, also weltweit diversifiziert ist. Unsere Allokation in den USA erklärt sich auch dadurch, dass die USA nun einmal den größten und liquidesten Kapitalmarkt der Welt haben.

procontra: Stichwort Liquidität: Besteht die Gefahr, dass Ihr Fonds zu groß wird zum Manövrieren?

Schoenhaut: Bisher nicht. Wir halten mehr als 2000 Einzeltitel und sind in über elf Anlageklassen investiert. Sollte es dazu kommen, dass der Investmentprozess wegen eines zu hohen Fondsvolumens leidet und wir in bestimmte Anlageklassen nicht mehr investieren können, würden wir sofort sagen: Bis hierher und nicht weiter.

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