„Hochzinsanleihen bieten Einstiegschancen“

Investmentfonds Investment-Talk Top News von Julia Groth

Der milliardenschwere Fonds JPM Global Income ist eines der Flaggschiffe von J.P. Morgan Asset Management. Manager Michael Schoenhaut erklärt, wie man trotz Zinsmisere auskömmliche Erträge erwirtschaftet und vor welchen Herausforderungen Multi-Asset-Fonds jetzt stehen.

Michael Schoenhaut managt den JPM Global Income.

procontra: Vor drei Jahren haben Sie mit Ihrem Fonds rund 3,5 Mrd. Euro verwaltet. Mittlerweile ist das Vermögen auf rund 14,5 Mrd. Euro gewachsen. Wo kamen die Zuflüsse her?

Michael Schoenhaut: Aus allen Investorenschichten. In den vergangenen drei Jahren ist die Nachfrage nach stetigen Erträgen überall stark gestiegen. Anleger suchen händeringend nach Lösungen, die höhere laufende Renditen bringen als Anleihen, ohne das Risiko des Portfolios deutlich in die Höhe zu treiben. Wir bieten mit unserem Multi-Asset-Income-Fonds genau diese Balance.

procontra: Kann man im aktuellen Umfeld Multi-Asset-Strategien überhaupt noch sinnvoll anwenden? Gleich mehrere Anlageklassen sind derzeit nicht gerade attraktiv, zum Beispiel Rohstoffe und Staatsanleihen.

Schoenhaut: Ich gebe Ihnen Recht: Der risikolose Zins ist irgendwann in den vergangenen Jahren zum zinslosen Risiko geworden. Man kann diesem Problem aber einen flexiblen Investmentansatz entgegensetzen. Flexibel bedeutet für mich: Man muss nicht in bestimmte Asset-Klassen investiert sein, und man muss sich nicht an einer Benchmark orientieren. Wir haben in unserem Portfolio im Moment weder Rohstoffe noch die typische Staatsanleihen aus den Kernländern wie Deutschland oder den USA.

procontra: Stattdessen sind Sie stark in US-Hochzinsanleihen investiert. Die Papiere sind seit Monaten in den Schlagzeilen, weil ihre Kurse massiv eingebrochen sind. Gehen Sie damit nicht ein unverhältnismäßig hohes Risiko ein?

Seite 1: Weder Rohstoffe noch Staatsanleihen aus Kernländern im Portfolio
Seite 2: In Europa investieren Sie derzeit kaum. Warum nicht?

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