Darlehensvergabe durch AIF wird geregelt

Sachwerte von Michael Fiedler

Das Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) ist um einige Seiten reicher. Der Bundestag stimmte dem Umsetzungsgesetz zu. Auch Änderungen für AIF sind vorgesehen.

Fotolia / Sergii Figurnyi

Die europäische Richtlinie über Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapiere (OGAW) wird in deutsches Recht umgesetzt. Das entsprechende Umsetzungsgesetzt wurde vergangene Woche im Bundestag verabschiedet.
Es führt u.a. Kreditfonds als neue Anlageklasse ein. In diesem Zusammenhang wurden auch umfassende Regelungen zur Vergabe von Gesellschafterdarlehen durch geschlossene Alternative Investment Fonds (AIF) in das Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) aufgenommen.
Konkret wird durch das Gesetz für geschlossene Spezial-AIF die Quote für die Vergabe von Gesellschafterdarlehen auf 50 Prozent des zu Investitionszwecken zur Verfügung stehenden Kapitals erhöht. Im Vorentwurf hatte die Quote noch bei 30 Prozent gelegen. Zudem wird das Verhältnis der Höhe von Gesellschafterdarlehen zu den Anschaffungskosten der Beteiligungsgesellschaft anstatt 1 zu 1 im Verhältnis 2/3 zu 1/3 gestaltet.

„Unsere Mitgliedsunternehmen investieren über regulierte AIF in Sachwerte. Die Vergabe von Gesellschafterdarlehen ist dabei ein wichtiges Finanzierungsinstrument. Gesellschafterdarlehen bieten die Möglichkeit, bei kurzfristigen Investitionschancen schnell reagieren zu können. Die jetzt beschlossenen Regelungen und die festgelegten Quoten eröffnen mehr Spielräume, um im internationalen Wettbewerb um alternative Investments bestehen zu können", kommentiert Eric Romba, Hauptgeschäftsführer des bsi.

Linksfraktion mit Zweifeln

Die mögliche Ausweitung der Kreditvergabe durch die Fonds wurde von der Linksfraktion kritisiert. Aus ihrer Sicht bestünden Zweifel daran, dass AIF angesichts der ausgeweiteten Kreditvergabemöglichkeiten für Privatanleger geeignet seien.
Auch die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen äußerte Missfallen. So sei es „völlig unverständlich“, dass Zertifikate nicht reguliert würden. Schließlich ginge es um ein Volumen von 70 Milliarden Euro.
Doch bei Zertifikaten handelt es sich nicht um OGAW, sondern um Schuldverschreibungen. Dieses Gesetz sei der falsche Ort, um Änderungen im Zertifikate-Bereich zu erwirken, so die CDU/CSU-Fraktion.

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