Wer ist überhaupt eine Schlüsselperson?

Keyman-Police Versicherungen von Sebastian Wilhelm

Keyman-Versicherungen sind im Kommen. Doch im Beratungsgespräch stellt sich oft die Frage, wer eigentlich als Schlüsselperson gelten soll. Fest steht: Die hierarchische Stellung ist nicht entscheidend.

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Einzelne Funktions- und Leistungsträger, die in ihrem Bereich nicht ohne Weiteres ersetzbar sind, kennt praktisch jedes Unternehmen. Um für einen längerfristigen Ausfall solcher Schlüsselpersonen gerüstet zu sein, schließen immer mehr Firmen entsprechende Policen ab. Mit diesen sollen finanzielle Schäden, die durch das fehlende Know-how des „Keyman“ entstehen, aufgefangen werden.

Doch wenn es daran geht, den Kreis der zu versichernden Personen festzulegen, wird es schwierig. Wem im Unternehmen kann man eine solche Bedeutung zuschreiben, dass seine oder ihre Verfügbarkeit eigens abgesichert werden sollte? Wer ist praktisch unverzichtbar, also eine Schlüsselperson? Antworten darauf kann es nur für jedes Unternehmen individuell geben. Denn es ist nicht automatisch die ranghöchste Person, von welcher der Geschäftserfolg abhängt.

In der Regel jedoch gelten, vor allem in kleineren Betrieben, vor allem die Inhaber bzw. Geschäftsführer bzw. Vorstandschefs als tragende Säulen. Gerade die kleinen und mittleren Unternehmensgrößen bilden die Hauptzielgruppe von Keyman-Versicherungen, denn in großen Organisationen werden Individuen tendenziell unwichtiger. Doch neben prägenden Gründern und Chefs haben sich oftmals auch andere Mitarbeiter mit ihrem Spezialwissen das Prädikat „unverzichtbar“ verdient. Das kann ein IT-Experte sein, der als Einziger die komplexe, über Jahre zusammengewachsene digitale Infrastruktur des Unternehmens überblickt. Oder auch ein Vertriebsprofi, der nicht nur ein pralles Adressbuch hat (das könnte ein Nachfolger bzw. Interims-Vertreter ja auswerten), sondern auch den „kurzen Draht zum Kunden“ und damit das Wissen darüber, wen man mit welchen Anliegen am besten anspricht.

Diese Beispiele zeigen: Nicht nur Führungskräfte, auch bestimmte Spezialisten können für den reibungslosen Betrieb unabdingbar sein. Es muss sich gar nicht mal um Angestellte des Unternehmens handeln, auch kooperierende Freiberufler kommen infrage. Der Begriff „Schlüsselperson“ lässt sich daher nicht für alle Unternehmen pauschal definieren – außer mit dem Schaden, den ihr Fehlen anrichten würde. Die Versicherung zahlt, sobald eine versicherte Schlüsselperson schwer erkrankt oder stirbt, und verschafft dem Unternehmen damit finanziell Luft für eine nachhaltige Umstellung. 

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