Spießrutenlauf für Makler

Print Vorschau Berater Top News von Friederike Krieger

Schärfere Regulierung, Vergütungsdeckel, Provisionsverbot – der Makler wird von allen Seiten torpediert, was den Vermittlermarkt zwangsläufig schrumpfen lassen wird.

Die Versicherungsmakler in Deutschland blicken in eine ungewisse Zukunft. Hans-Georg Jenssen, geschäftsführender Vorstand des Verbands Deutscher Versicherungsmakler (VDVM), spricht von einer „In-Between-Situation“. Den Vermittlern sei bewusst, dass die guten alten Zeiten vorbei sind. „Alle wissen, dass da etwas aus Berlin und Brüssel kommen wird. Es ist allen klar, dass Änderungen im Geschäftsmodell unausweichlich sind“, erklärt er. „Aber niemand weiß, was genau kommen wird.“
Die Rede ist von der Novelle der EU-Vermittlerrichtlinie (IMD2).

Das Regelwerk macht nicht nur Vorgaben hinsichtlich der Aus- und Weiterbildung und setzt Beratungsstandards, sondern beschäftigt sich auch mit dem Thema Vergütung. Hier sind viele unterschiedliche Optionen im Gespräch, angefangen von einer Offenlegung der Provisionen auf ausdrücklichen Wunsch des Kunden (soft disclosure) über einen Zwang zur Offenlegung (hard disclosure) bis hin zu einem Provisionsverbot für bestimmte Produkte.

Provisionsverbot geistert weiter herum
Zwischenzeitlich sah es so aus, als wäre das Provisionsverbot vom Tisch. Aber Jenssen sieht keinen Grund zur Entwarnung. „Das Konzept des Independent Advice steht immer noch in der MiFID-Richtlinie“, sagt Jenssen. Diese Richtlinie für Märkte für Finanzinstrumente, die derzeit ebenfalls überarbeitet wird, sieht vor, dass nur solche Makler als unabhängig gelten, die keine Provisionen von Versicherern akzeptieren. Stattdessen soll der Kunde sie direkt über ein Honorar bezahlen.

Die Richtlinie gilt als Blaupause für die PRIPs-Verordnung (Packaged Retail Investment Products), unter die auch fondsgebundene Lebensversicherungen fallen. MiFID und PRIPs werden nach Jenssens Einschätzung auch auf die IMD2 ausstrahlen.
Auch in Berlin dürfen Verfechter der Provisionsberatung nicht auf allzu viel Rückhalt hoffen. Bei den Koalitionsverhandlungen habe die zuständige Arbeitsgruppe schon ein Credo für die Vergütung von Immobilienmaklern festgelegt: „Wer die Suppe bestellt, soll sie auch bezahlen“, erklärt Jenssen. Das sei ein eindeutiger Hinweis, welche Art von Vergütungsmodellen bevorzugt werde.   

Seite 1: Spießrutenlauf für Makler
Seite 2: Vermittlerzahl sinkt unaufhaltsam

Foto: procontra_Roman Kulon

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare