„Nicht versuchen, aus der Panik einen Vorteil zu ziehen“

Investmentfonds Investment-Talk Top News von Matthias Hundt

Anna Ho, Fondsmanagerin des Nestor Fernost, ist eine der Besten ihrer Zunft. Die Asien-Expertin erklärt die komplexe Lage und Chancen in China, ihre eigene Jahresaufgabe und warum die Panik im chinesischen Markt hausgemacht ist.

Anna Ho, Fondsmanagerin des Nestor Fernost

procontra: Mit knapp 60 Prozent Rendite in drei Jahren haben Sie den Markt (19,8 %) deutlich outperformt. Worin lag der Schlüssel zu diesem Ergebnis?  

Anna Ho: Der Investmentstil des Nestor Fernost ist konstant, seit ich das Management des Fonds im Jahr 2001 übernommen habe.  Der Ansatz ist ein thematischer, mit dem langfristige Trends identifiziert und Investmententscheidungen darauf basierend getroffen werden. Der Ansatz, die Benchmark zu ignorieren, hat sich in einer Volkswirtschaft wie China, die einem schnellen Wandel unterworfen ist, bezahlt gemacht. Ein Vergleichsindex kann sich nicht schnell genug den Veränderungen in der Wirtschaft anpassen.

procontra: Warum setzen Sie überwiegend auf Small Caps?  

Ho: Das basiert auf der Annahme, dass sich diese schneller dem neuen Geschäftsumfeld anpassen können. Zudem sind Small Caps weniger zyklischen Schwankungen ausgesetzt, da sie schnell unerschlossene Chancen nutzen. Der Fokus auf kleinere Unternehmen hat sich ebenfalls ausgezahlt, vor allem in den vergangenen drei Jahren, in denen sich zyklische Trends negativ auf die chinesische Volkswirtschaft ausgewirkt haben. Da haben sich in der Vergangenheit viele Chancen aufgetan, da Chinas neue Wirtschaft blühte.  

procontra: Ihr Fonds weist in den vergangenen drei Jahren aber auch mit die höchsten Risikokennziffern aus. Wie begründen Sie diese überdurchschnittliche Schwankung?

Ho: Mit unserem thematischen Ansatz abseits der Benchmark sind häufig 90 Prozent der gehaltenen Firmen außerhalb des Vergleichsindex. Das bedeutet einen hohen Tracking Error. Der Fokus auf kleine Unternehmen bedingt eine hohe Schwankungsbreite des Anteilspreises. Kleine Firmen sind weniger liquide, entsprechend sind auch die Schwankungen der Aktienkurse höher, was das höhere Risikoprofil des Fonds erklärt.

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