Rechtsschutz: Steigende Streitbereitschaft

Berater von Michael Fiedler

Die Zahl der Streitfälle pro 100 Einwohner ist von 20,9 im Jahr 2012 auf 22,3 gestiegen. Das geht aus dem aktuellen Streitatlas der Advocard Rechtsschutzversicherung hervor.

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Die Auswertung von mehr als eine Million Streitigkeiten von Privatpersonen aus ganz Deutschland zeigt, dass in Berlin besonders häufig gestritten wird: 29,3 Streitfälle pro 100 Einwohner wurden in der Hauptstadt verzeichnet. Im Bundesdurchschnitt betrögt dieser Wert 22,3. In Bayern wurden hingegen „nur“ 18,8 Streitfälle/100 Einwohner verzeichnet.

Wo in Deutschland am häufigsten gestritten wird, lässt sich auf der interaktiven Karte ablesen:

Streidauer nimmt zu – Streitwert steigt

Mittlerweile dauern rund 40 Prozent aller Rechtsstreitigkeiten länger als ein Jahr. Auch der Streitwert bleibt hoch: Bei jedem dritten Streit ging es um einen Wert von über 2.000 Euro. „Durch die hohen Streitwerte und sich in die Länge ziehende Verfahren beeinträchtigt Streit immer mehr den Alltag der Betroffenen – schließlich trägt man diese Belastung die ganze Zeit mit sich rum. Wer hier im Fall der Fälle gelassen bleiben will, sollte sich absichern“, so Peter Stahl Sprecher des Vorstands von Advocard.

Absicherung erforderlich: 18- bis 35-Jährige besonders streitbereit

Betrachtet man die Streitbereitschaft nach Altersgruppen, fällt auf, dass die Streitbereitschaft bei den 18- bis 35-Jährigen besonders hoch ist. Seit 2002 hat sich ihr Streitanteil von 3 Prozent auf heute rund 24 Prozent fast verachtfacht. „Diese Tendenz beobachten wir seit Jahren gespannt“, so Stahl. „Wir haben es mit einer sehr anspruchsvollen und zukunftsorientierten Generation zu tun, wie auch die Shell Jugendstudie aktuell bestätigt. Sie fordert ihre Ansprüche selbstbewusst ein und ist bereit, für diese zu streiten.“

Die Mehrheit der Streitfälle (41,2 Prozent) werden im Privatbereich ausgetragen. Im Vergleich zu 2012 stiegen die Streitfälle in diesem Bereich um 4,2 Prozentpunkte.