KPMG AG in BWF-Skandal verwickelt?

Sachwerte Top News von Robert Krüger Kassissa

KPMG AG hat geprüft

Und hinsichtlich der Prüfung der Goldbestände kommt nun die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ins Spiel. Denn procontra liegt exklusiv eine Bescheinigung (Reasonable Assurance-Auftrag) vom 10. Dezember 2014 vor. Sie ist adressiert an den Vorstand der Berliner Wirtschafts- und Finanzstiftung (BWF) und hat eben jene Prüfung des Goldbestandes zum Inhalt. Diese Bescheinigung war aus informierten Kreisen für BWF-Vermittler gedacht und konnte käuflich erworben werden. Diese Bescheinigung enthält pikante Details. So heißt es unter „Beurteilung“ in dieser Bescheinigung: „Entsprechend der Inventur zum Stichtag, welche am 3. November 2014 durchgeführt wurde, befindet sich in der von der BWF-Stiftung genutzten Lagerstätte physisch die Goldmenge, die den Kunden auf Grund ihrer vertraglichen Einzahlungen laut Vertragsdatenbank (Stand 3. November 2014) zuzuordnen ist.“ Heißt im Klartext: Es liegt das Gold vor, welches den Kunden zusteht.

Stichprobenartiges Wiegen und kein Säuretest

Hinsichtlich der Prüfungsmethode gibt die KPMG AG in der Bescheinigung folgende Methoden an: stichprobenartige Nachzählung der Goldbarren, stichprobenartiges Wiegen der Goldbarren, stichprobenartige Überprüfung der Echtheit der Goldbarren durch Abgleich mit den Zertifikaten des Veräußerers und Abstimmung der Istbestände zum 3. November 2014 mit den Sollbeständen laut Buchhaltung. Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft erwähnt ausdrücklich, dass auftragsgemäß kein Säuretest durchgeführt wurde. Soll heißen, die Bescheinigung, die wie erwähnt für Vermittler gedacht war, suggeriert, dass bei den Goldbeständen hinsichtlich der Echtheit und den Soll-/Istbeständen alles in Ordnung war. Hinter diesem Eindruck steht aber nun ein dickes Fragezeichen. Leider bringt die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft kein Licht ins Dunkel: „Wir bitten um Verständnis, dass wir uns zu unseren Aufträgen aufgrund der gesetzlichen Verschwiegenheitspflicht nicht äußern dürfen“, sagt Marita Reuter, Pressesprecherin der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft gegenüber procontra.

Seite 1: Teile des Goldes vermutlich nicht echt
Seite 2: Wie die KPMG AG geprüft hat

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare