KPMG AG in BWF-Skandal verwickelt?

Sachwerte Top News von Robert Krüger Kassissa

Immer wieder geraten auch renommierte Institute bei Verwerfungen im Kapitalanlagemarkt ins Blickfeld. Aktuell beim BWF-Goldhandel die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft wie ein procontra exklusiv vorliegendes Dokument zeigt.

Foto: KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Niederlassung Berlin

Vermittler und Anleger mit Siegeln, Prüfberichten und ähnlichem von Institutionen mit gutem Ruf zu locken, scheint zu funktionieren. Denn gerade im Kapitalanlagemarkt ist dies eine immer wieder angewandte Methode.

Teile des BWF-Goldes nicht echt

So scheint es auch im Falle des Goldhändlers BWF-Stiftung. Gegen die Verantwortlichen von BWF und den damit verbundenen Unternehmen und Stiftungen läuft ein Ermittlungsverfahren wegen Verdacht auf gewerbsmäßigen Anlagebetrug. Der Träger der BWF-Stiftung, der Bund deutscher Treuhandstiftungen, hat nach Angaben des Insolvenzverwalters 55 Millionen Euro an Anlegergeldern eingenommen. Davon sollen 34 Millionen Euro an die TMS Dienstleistungsgesellschaft geflossen und davon wiederum nur zum Teil Gold gekauft worden sein. Zudem stellt sich die Frage nach der Echtheit der Goldbestände.

Denn die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) schrieb am 14. April dieses Jahres: „Doch schon eine erste Prüfung der Ermittlungsbehörden ergab: Zumindest nicht alle Goldbarren sind echt. Es besteht sogar der Verdacht, dass es sich bei einem Großteil der gefundenen ,goldfarbenen Gegenstände’ nicht um echte Goldbarren handelt.“ Die Staatsanwaltschaft berichtete beispielsweise von angeblichen Fünf-Kilo-Barren, die nur 2,1 Kilogramm schwer waren; unter einer dünnen Goldschicht habe sich billiges Füllmaterial befunden. Angeblich sollen sogar goldfarbene Souvenirs dabei gewesen sein, die aussehen wie Goldbarren und die man als Flaschenöffner benutzen kann. „Eine genaue Materialanalyse mit Wiegen, Dichte-Bestimmen, Röntgen oder Aufbohren ist angesichts der Vielzahl der Einzelteile offenbar relativ aufwendig [sic] und zumindest noch nicht abschließend erfolgt. Auf jeden Fall wurde das echte und unechte Gold von den Behörden sichergestellt“, so die FAZ im April.

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