Gothaer zielt auf Belegschaften

Versicherungen von Stefan Terliesner

Überschuss und Anlageergebnis legen 2015 voraussichtlich kräftig zu. Aktienquote schnellt hoch. Neue Themen wie digitale Einkaufsgemeinschaften rücken in den strategischen Fokus.

Gothaer Zentrale in Köln / Bildrechte: Gothaer

Die Lage muss wirklich ernst sein! In einer Pressemitteilung zum Verlauf des Geschäftsjahrs 2015 sowie zum Ausblick auf 2016 betont der Gothaer Konzerns in den ersten drei Absätzen jeweils das „schwierige Marktumfeld“, die „schwierigen Zeiten“ sowie das „schwierige Kapitalmarktumfeld“. Oder ist das nur ein Trick, um die eigene Leistung heller erstrahlen zu lassen?

Kapitalkennziffern im Schaufenster

Wie dem auch sei, der Konzern steigert in diesem Jahr seinen Überschuss voraussichtlich um 19 Prozent auf 140 Millionen Euro. Das Eigenkapital soll leicht um 1,1 Prozent erhöht werden und würde dann 1,8 Milliarden Euro betragen. Das aus Kapitalanlagen erwirtschaftete Ergebnis werde wohl um 8,5 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro steigen. Dass diese Kennzahlen gleich zu Beginn des Pressetextes genannt werden, ist ein weiterer, versteckter Hinweis auf „schwierigen Zeiten“. In der Zinstiefphase gewinnen Kapitalstärke und Anlageergebnis an Bedeutung für die Perspektiven eines Versicherers. Offenbar wähnt sich das Management des Gothaer-Konzerns auf einem guten Weg.

Aktienquote von Null auf Fünf

Die Konzern-Nettorendite nach IFRS werde voraussichtlich bei 4,3 Prozent für 2015 liegen. In der Kapitalanlage entfielen mittlerweile 5 Prozent der Anlage auf Aktien. Vor eineinhalb Jahren gab der Konzern die Aktienquote auf Anfrage mit nahezu null an. Demnach hatte die Gothaer es also eilig, mehr Dividendenpapiere zu kaufen. Auch der Ausbau der Vermögensklassen Immobilien und Erneuerbare Energien schreite voran. Aktuell investiere der Konzern 674 Millionen Euro in Erneuerbare Energien. Bis Ende 2016 soll die Schwelle von eine Milliarde Euro erreicht sein. Das entspräche dann 4 Prozent des gesamten Kapitalanlagevolumens. Innerhalb der Vermögensklasse Immobilien seien insbesondere Investitionen in Pflegeheime geplant.

Seite 1: Kapitalstärke und Anlageergebnis in Zinstief-Zeiten
Seite 2: Entwicklung der Bruttobeiträge und Belegschaftsgeschäft

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