EZB-Entscheid: So reagieren die Märkte

Investmentfonds Sachwerte Top News von Michael Fiedler

Die Entscheidung der Europäischen Zentralbank und ihrem Chef Mario Draghi zur weiteren Lockerung der Geldpolitik wurde u.a. von Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn kritisiert.

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„Das QE-Programm hatte bereits gewaltige Dimensionen. In der Tat hat es dazu geführt, dass der Euro stark abwertete. Das ist alles, was die EZB braucht, um die europäische Wirtschaft mittelfristig zu inflationieren, wie sie es vorhat“, sagte Sinn am Donnerstag in München. Man sehe die Effekte auch bereits in der Kern-Inflationsrate, die seit dem Jahresbeginn angezogen habe. „Noch mehr zu tun, ist angesichts der starken, bislang schon sichtbaren Effekte übertrieben. Es stärkt den Verdacht, dass es der EZB statt um Preisstabilität um die Rettung maroder Staaten und Banken geht.“

Bail-Out-Maschine EZB

Das indes sei eine wirtschaftspolitische Zielsetzung, die nicht durch das Mandat der EZB gedeckt sei. Die EZB habe sich zu einer Bail-Out-Maschinerie entwickelt, die ihre geldpolitischen Ziele vorschiebe, um den Eindruck zu erwecken, sie bewege sich im Rahmen ihres Mandats, so das Ifo-Institut.

Auch der Finanzvorstand der Talanx AG, Dr. Immo Querner, zeigte sich enttäuscht von der Entscheidung. In einem Statement machte er deutlich, dass das Anleiheaufkaufprogramm von Anfang an nur Fehlanreize geschaffen habe: „Bei vielen „liability-driven-investors“, wie z.B. Versicherungen, erhöht dies die Gefahr zu unverhältnismäßiger Risikonahme, eine Gefahr, die anscheinend nur von der EZB ausgeblendet wird. Dem Einzelnen wird die Lust zum Sparen in bedrohlicher Weise genommen, obwohl wir in einer alternden Gesellschaft leben, in der eigenverantwortliche Vorsorge jeden Tag wichtiger wird. Gleichermaßen sinkt der Anreiz zu einer nachhaltigen Haushaltsführung zu stark verschuldeter Euro-Staaten“, so Dr. Querner.

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