„Das Umfeld bleibt günstig für Aktien“

Investmentfonds Investment-Talk Top News von Julia Groth

procontra: Welches Thema wird Makler und ihre Kunden im kommenden Jahr sonst noch beschäftigen?

Heinz: Die Frage, ob China seinen Wirtschaftsabschwung stoppen kann. Die Abschwächung setzt sich zwar fort, die Verwerfungen dürften sich aber in Grenzen halten. Der Abschwung in den Schwellenländern insgesamt sollte den Tiefpunkt erreicht haben. Ein neuer Emerging-Markets-Hype wird aber vorerst ausbleiben. Wie stark die Erholung in den Schwellenländern ausfällt, hängt nicht nur von China ab, sondern auch von den Rohstoffpreisen und von der Geldpolitik der Fed. Darüber hinaus dürfte 2016 das Jahr werden, in dem die Inflation zurückkehrt. Sie wird allerdings im historischen Vergleich weiterhin tief liegen. Es gibt dahingehend also keinen Anlass zur Sorge.

procontra: China und die Inflationsentwicklung stehen bei Maklern schon länger auf der Agenda. Welche weniger breit diskutierten Themen treiben Sie zurzeit um?

Heinz: Ich frage mich, wie groß der Einfluss der Politik auf die Märkte im kommenden Jahr sein wird. Stichwort Brexit, Stichwort Flüchtlingskrise. Politische Themen werden immer wieder für Unruhe sorgen, die zugrundeliegenden Trends im nächsten Jahr aber kaum verändern. Es sei denn, Großbritannien tritt aus der EU aus. Das wäre in der Tat eine Umwälzung. Es ist aber zu früh, dazu eine Prognose abzugeben.

procontra: Das klingt ganz so, als berge 2016 einige große Marktrisiken. Sollten Makler ihren Kunden wirklich raten, Aktien überzugewichten?

Heinz: Wer keine Risiken eingeht, erzielt auch keine nennenswerte Rendite. Und wer nicht in Aktien investiert, profitiert nicht vom für Aktien günstigen Marktumfeld. Anleger sollten den Risiken mit einer breiten Portfolio-Diversifizierung entgegentreten. Sie sollten dabei auch alternative Investments wie Hedgefonds berücksichtigen.

procontra: Hätten Sie Anlegern vor fünf Jahren denselben Rat gegeben?

Heinz: Diversifikation ist immer sinnvoll. Aber alternative Investments sind tatsächlich in den vergangenen Jahren vor dem Hintergrund des Niedrigzinsumfeldes wichtiger geworden. Daneben ist es sinnvoll, auf langfristige Wachstumstrends zu setzen, wie zum Beispiel den demografischen Wandel und dazugehörige Bereiche wie Gesundheit, insbesondere Krebsforschung.

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