Zinszusatzreserve: Erleichterungen für Lebensversicherer

Versicherungen Top News von Stefan Terliesner

Die Finanzaufsicht BaFin hat das Klagen der Branche erhört. Sie kommt den Unternehmen im Rahmen ihrer Möglichkeiten bei der Zinszusatzreserve entgegen.

BaFin Liegenschaft in Bonn. Hier ist der Sitz der Banken- und Versicherungsaufsicht. © BaFin

Die Assekuranz stöhnt über die Zinszusatzreserve. Und die Finanzaufsicht BaFin kommt der Branche jetzt im Rahmen ihre Möglichkeiten entgegen. Wie dem aktuellen BaFin-Journal zu entnehmen ist, nutzt die Behörde „die Spielräume auf untergesetzlicher Ebene aus, um den Lebensversicherern den Aufbau der Zinszusatzreserve sowie die Dotierung der Zinsverstärkung zu erleichtern: Bereits für das laufende Jahr räumt sie ihnen die Möglichkeit ein, bei der Berechnung Storno- und Kapitalwahlwahrscheinlichkeiten realitätsnäher zu berücksichtigen.“

Regeln für Alt- und Neubestand

Weiter heißt es: „Für den Altbestand müssen die Versicherer bei der BaFin eine Genehmigung entsprechender Änderungen des Geschäftsplans beantragen. Für den Neubestand hat der Verantwortliche Aktuar in seinem Erläuterungsbericht zu begründen, warum der gewählte Ansatz zur Ermittlung der Storno- und Kapitalwahlwahrscheinlichkeiten angemessen ist. Da es sich um Rechnungsgrundlagen für die Kalkulation der Deckungsrückstellung handelt, haben die Lebensversicherer der BaFin zudem nach § 13d Nr. 6 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) unverzüglich anzuzeigen, welche Storno- und Kapitalwahlwahrscheinlichkeiten sie im Neubestand verwenden. Der Anzeige haben sie die mathematischen Formeln, kalkulatorischen Herleitungen und statistischen Nachweise beizufügen. Die BaFin bittet die Lebensversicherer, ihre Anzeigen in Form einer Sammelmitteilung für alle betroffenen Tarife einzureichen.“

Das Wehklagen der Branche

Erst im September hatte der Chef der Deutschen Aktuarvereinigung, Wilhelm Schneemeier, gegenüber procontra-online.de betont, dass die Zinszusatzreserve selbst gesunde Unternehmen gefährde. Und im Juni prognostizierte Rainer Will, geschäftsführender Gesellschafter der Kölner Ratingagentur Assekurata, dass die Versicherer ihren Zinszusatzreserven dieses Jahr in Summe voraussichtlich 12 bis 14 Milliarden Euro zuführen müssen.

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