Überschuldung im Alter nimmt zu

Panorama von Michael Fiedler

In Deutschland müssen 150.000 Menschen ab 70 Jahren als überschuldet eingestuft werden. Das zeigt der aktuelle Schuldneratlas von Creditreform.

Fotolia/Alexander Raths

Allein in den letzten zwei Jahren könne ein rapider Anstieg der Überschuldung im Alter beobachtet werden, so Creditreform. Der Zuwachs bei den über 70-Jährigen beträgt 35,4 Prozent, bei den 60- bis 69-Jährigen 12,4 Prozent.

Erst im Oktober warnte das „Vermögensbarometer“ des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands: „Vor dem Hintergrund der demographisch bedingten Ausgangslage der gesetzlichen Rentenversicherung droht weiten Teilen der Bevölkerung damit eine Versorgungslücke im Alter.“ Denn trotz zunehmender Sparneigung, geben derzeit 40 Prozent der Deutschen an, dass „sie monatlich nichts für die Altersvorsorge zurücklegen“ (2013: 32 Prozent). Gerade mittlere und kleine Einkommen geraten demnach bei ihrer Altersvorsorge immer mehr „auf eine schiefe Bahn“.
Das zeigt sich bereits heute. Im März 2015 waren rund 512.000 Rentner in Deutschland auf Grundsicherung angewiesen, zwischen 2005 und Ende 2013 stieg ihr Anteil um rund 49 Prozent an.

Rentenerhöhungen können also offensichtlich nicht allein verhindern, dass immer mehr ältere Menschen auf Grundsicherung angewiesen sind oder die Armutsrisikoschwelle unterschreiten.

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