OECD: zu viele vermeidbare Krankenhausaufenthalte

Panorama von Michael Fiedler

In kaum einem anderen Land wird so viel Geld für Arzneimittel ausgegeben, wie in Deutschland. Das geht aus einem OECD-Bericht hervor.

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Laut OECD lagen die kaufkraftbereinigten Ausgaben für Arzneimittel in 2013 bei 678 US-Dollar pro Einwohner – 30 Prozent über dem OECD-Durchschnitt. In Europa übertraf nur Griechenland diesen Wert.
Die OECD-Zahlen zeigen, dass allgemeinen Pro-Kopf-Gesundheitsausgaben in Deutschland von 2009 bis 2013 im Schnitt und inflationsbereinigt um zwei Prozent jährlich wuchsen, 2014 nach vorläufigen Schätzungen um 2,5 Prozent.

Der starke Anstieg der Arzneimittelkosten sei zum einen durch Ausgaben für sehr teure Medikamente, etwa Hepatitis C-Präparate, begründet, hieß es von der OECD. Zum anderen seien Herstellerrabatte für die Krankenkassen zu Beginn des Jahres 2014 gesunken.

Überdurchschnittlicher Medikamentenverbrauch

In keinem anderen OECD-Land ist beispielsweise der Verbrauch blutdrucksenkender Mittel so hoch wie in Deutschland. Der Verbrauch von Antidiabetika verdoppelte sich zwischen 2000 und 2013 fast.

Nur der Verbrauch von Antidepressiva ist stärker gewachsen. Betrug 2000 der Verbrauchswert noch 21 Tagesdosen je 1000 Einwohner, liegt dieser Wert nun bei 53 Tagesdosen für tausend Einwohner. In der gleichen Zeit verzeichneten nationale Behörden auch mehr Krankheitstage durch Depressionen.

Auch die Anzahl der potenziell vermeidbaren Krankenhausaufenthalte sei zu hoch, so die OECD. Die Einweisungsraten für chronische Krankheiten wie Diabetes und Herzinsuffizienz seien weit höher als im OECD-Schnitt, was nur in Teilen durch ein größeres Vorkommen dieser Krankheiten erklärt werden könne. In einem Land mit stark alternder Bevölkerung und einem wachsenden Anteil von chronisch kranken Menschen wäre es wichtig, die Kontinuität der Versorgung dieser Patienten zu stärken und so unnötige Krankenhausaufenthalte zu vermeiden, hieß es im OECD-Bericht.