Immobiliendarlehen: Zinssicherheit hat ihren Preis

Sachwerte von Michael Fiedler

Zinsbindung darf nicht mit Kreditlaufzeit verwechselt werden. Die Zinsbindung gibt an, wie lange die Zinskonditionen gültig sind. Immobilienkäufer können je nach Alter, Kredithöhe und Liquidität verschiedene Zinsbindungen nutzen. Doch Zinssicherheit hat ihren Preis, warnt die Interhyp AG.

Fotolia / Robert Kneschke

„Immer wieder verwechseln Immobilienkäufer die Zinsbindung mit der Kreditlaufzeit“, warnt Michiel Goris, Vorstandsvorsitzender der Interhyp AG, Deutschlands größtem Vermittler privater Baufinanzierungen. Doch die Zinsbindung trifft keine Aussage darüber, wann der Kredit komplett zurückgezahlt werden muss. Bei einer gewählten anfänglichen Tilgung von drei Prozent benötigen Immobilienkäufer für ihren Schuldendienst rund 25 bis 30 Jahre, schreibt die Interhyp. Den Erfahrungen des Baufinanzierungs-Vermittlers zufolge, entscheiden sich viele Kreditnehmer bei Anschlussfinanzierungen mit geringer Restschuld für kurze Zinsfestschreibungen und können dann von sehr günstigen Zinsen profitieren. Sie liegen bei Bestanbietern aktuell oft unter 1,2 Prozent für Kredite mit fünfjähriger Zinssicherheit.

 

Zinssicherheit mit Langläufern

Längere Zinsbindungen versprechen hohe Planungssicherheit. Wer sich heute für eine zehnjährige Zinsbindung entscheidet, kann sich bei Bestanbietern momentan häufig einen Kreditzins von unter 1,5 Prozent bis ins Jahr 2025 festschreiben lassen. „Ein Kredit mit 20 Jahren Zinsbindung kostet zurzeit oft unter 2,5 Prozent und sichert diesen Zins garantiert bis ins Jahr 2035“, sagt Goris. Längere Zinsbindungen werden laut Interhyp gewählt, weil die Restschuld bei Immobilienkrediten selbst nach zehn Jahren noch vergleichsweise hoch ist. Wer etwa heute ein Darlehen über 200.000 Euro aufnimmt und mit drei Prozent tilgt, dem bleibt nach zehn Jahren immer noch ein Schuldenberg von über 135.000 Euro – für den ein Anschlusskredit zu heute nicht bekannten Bedingungen aufgenommen werden muss.

„Lange Zinsbindungen von 20 Jahren und mehr eignen sich für Immobilienkäufer, die eine Verteuerung der Rate weitgehend ausschließen wollen“, so Goris. Möglich sind zum Beispiel auch Zinsbindungen von 25, 30 oder vereinzelt auch 40 Jahren. Gerade Käufer mit niedrigem Eigenkapitaleinsatz und hohen Kreditsummen können von solchen Langläufern profitieren, die mit entsprechender Tilgung eine Anschlussfinanzierung überflüssig machen. Die Zinssätze für die Langläufer liegen heute oft bei rund 2,5 bis 3 Prozent.