„Gold war noch nie ein Kriseninvestment“

Investmentfonds Investment-Talk von Julia Groth

Warum der Goldpreis in Krisen nicht unbedingt steigt und welche Faktoren ihn langfristig stützen, erklärt Martin Siegel, Edelmetallexperte und Geschäftsführer der Investmentboutique Stabilitas.

Foto: Martin Siegel, © Stabilitas

procontra: Herr Siegel, in den vergangenen Wochen ist der Goldpreis immer, wenn es aufwärts zu gehen schien, doch wieder gefallen. Was war da los?

Martin Siegel: Dafür gab es keine eindeutigen Gründe. Das waren ganz normale Tagesschwankungen, wie sie bei Gold immer wieder vorkommen.

procontra: Anleger dürften von solchen Schwankungen allmählich die Nase voll haben. Wann steigt der Goldpreis endlich wieder dauerhaft?

Siegel: Das lässt sich unmöglich sagen. Für eine solche Prognose bräuchte man Informationen, die nicht öffentlich zugänglich sind.

procontra: Welche denn?

Siegel: Man müsste wissen, was die Zentralbanken planen. Sie lassen große Short-Positionen im Goldmarkt zu, die den Goldpreis jederzeit drücken können. Auf diese Weise beeinflussen sie bereits seit 20 Jahren den Goldpreis. Zuletzt wurden im Jahr 2013 mehr Short-Kontrakte aufgebaut, als Gold im Markt verfügbar war. Das deutet darauf hin, dass Zentralbanken an den Transaktionen beteiligt sein mussten. Wenn ich nicht weiß, ob die Zentralbanken in Zukunft noch weitere Short-Positionen der Investmentbanken decken, kann ich keine Prognose abgeben.

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