Cyberangriffe: Neun von zehn Unternehmen bereits Opfer

Panorama von Michael Fiedler

Vernetzen sich Menschen, Maschinen und Produktionsprozesse, steigt das Risiko von Cyberangriffen. Davon ist die Mehrheit der für den Cyber Security Report befragten Führungskräfte überzeugt. Doch viele Unternehmen verdrängen die Gefahren.

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„Die produzierende Industrie ist die Branche, die am offensichtlichsten von Industrie-4.0-Lösungen profitieren kann. Zudem gibt es hier schon eine ganze Reihe von konkreten Einsatzfeldern, insbesondere in der Machine-to-Machine-Kommunikation (M2M)“, sagt Anette Bronder, Director der Digital Division von T-Systems. Mit „Industrie 4.0“ ist die intelligente Vernetzung von Menschen, Maschinen und Produktionsprozessen gemeint.

Produzierendes Gewerbe setzt auf IT-Sicherheitskonzepte

Der Erhebung zufolge, hat sich mehr als die Hälfte (53) der Unternehmen in der verarbeitenden Industrie hat sich schon mit speziellen IT-Sicherheitskonzepten für den Produktionsbereich auf die zunehmende Digitalisierung eingestellt. 45 Prozent verfügen über Sicherheitslösungen für den Datenaustausch zwischen Produktionssteuerung und Produktion. Aus gutem Grund: Denn mehr als ein Drittel (36) der deutschen Unternehmen werden nach eigener Aussage mehrmals die Woche oder täglich von Cyberkriminellen angegriffen. Neun von zehn Unternehmen sind bereits Opfer von IT-Angriffen gewesen. „Wir müssen davon ausgehen, dass es zudem eine hohe Dunkelziffer unerkannter Angriffe gibt“, fügte Bronder hinzu. „Durchschnittlich dauert es mehr als 220 Tage, bis ein Angriff überhaupt erkannt wird.“
Auch procontra musste sich nach kritischer Berichterstattung gegen solche Angriffe zur Wehr setzen.

Unternehmen verdrängen die Gefahren

Trotz der hohen Zahl der Angriffe fühlen sich Unternehmen anscheinend sicher. Nur zwölf Prozent sehen ein sehr großes Risiko darin, dass ein Hackerangriff sie gravierend schädigen könnte. Dazu passt die Aussage von 60 Prozent der Entscheider in den Unternehmen, ihre IT sei so gut wie möglich auf Angriffe vorbereitet. Diese Aussagen bestätigen die Beobachtung, dass das Gefühl der Bedrohung sehr eng mit konkreten Vorfällen korreliert. Passiert wenig oder dringen keine spektakulären Fälle in die Öffentlichkeit, dann verdrängen die Unternehmen die Gefahren wieder, da sie sich nach wie vor eher ungern mit dem Thema IT-Sicherheit befassen. Nichtdestotrotz stellen laut den Entscheidern Cybergefahren und Datenschutzverletzungen das größte Risikopotenzial für die Bevölkerung in Deutschland dar. Von den Top-10-Risiken fallen fünf in diesen Bereich.

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