Armut und soziale Ausgrenzung nehmen zu

Panorama von Michael Fiedler

Altersarmut ist kein Schreckensszenario, sondern bereits heute bittere Realität. Sozialverbände warnen seit Jahren – nun bestätigen neue Zahlen des Statistischen Bundesamtes ihre Befürchtungen: Die Armutsgefährdung in Deutschland steigt.

Fotolia / Alexander Raths

„Für viele Menschen in unserem Land ist Sozialabbau zu einer bitteren Erfahrung geworden. Der Fall in Hartz IV, materielle Einschränkungen, kräftige Zuzahlungen für Ältere und Behinderte. Zudem wird die Verteilung gesellschaftlichen Reichtums zunehmend ungerechter“, so Adolf Bauer, Präsident vom Sozialverband SoVD. Nach Einschätzung des Verbands sei ein verschobenes Kräfteverhältnis zu Lasten sozial und ökonomisch Benachteiligter festzustellen.

16,5 Millionen Menschen in Deutschland von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht

Aktuelle Daten des Statistischen Bundesamtes belegen die Warnungen des SoVD. So sind 16,5 Millionen Menschen in Deutschland – also 20,6 Prozent der Gesamtbevölkerung – von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. 2013 betrug der Anteil noch 20,3 Prozent.

Für die Statistiker gilt eine Person als von Armut oder sozial Ausgreunzung bedroht, wenn eine der folgenden drei Lebenssituationen zutrifft

  • Einkommen unterhalb der Armutsgefährdungsgrenze
  • Haushalt von erheblicher materieller Entbehrung betroffen
  • Haushalt mit sehr geringer Erwerbsbeteiligung

Laut Definition gilt als armutsgefährdet, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung zur Verfügung hat. 2014 lag dieser Schwellenwert für eine alleinlebende Person in Deutschland bei 987 Euro im Monat und damit etwas höher als 2013 (979 Euro im Monat). Für zwei Erwachsene mit zwei Kindern unter 14 Jahren lag der Schwellenwert 2014 bei 2 072 Euro im Monat.

Diese Definition trifft auf jede 6. Person in Deutschland zu. Das sind 16,7 Prozent der Bevölkerung bzw. 13,3 Millionen Menschen in Deutschland. 2013 lag der Bevölkerungsanteil bei 16,1 Prozent.

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