Als BU-Alternative beliebt: die Erwerbsunfähigkeitsversicherung

Arbeitskraftabsicherung von Sebastian Wilhelm

Ist keine BU zu haben, empfehlen Makler neben Multi-Risk am liebsten die „kleine Schwester“ EU-Versicherung – noch vor Grundfähigkeits- und Dread-Disease-Policen. Warum das so ist.

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Oft werden sie in einem Atemzug genannt, doch Versicherungen gegen Berufsunfähigkeit (BU) und gegen Erwerbsunfähigkeit (EU) weisen vor allem einen beträchtlichen Unterschied auf: Der BU-Leistungsfall liegt in der Regel vor, wenn der zuletzt ausgeübte Beruf zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausgeübt werden kann; erwerbsunfähig ist man hingegen dann, wenn gar kein Beruf mehr (mindestens drei Stunden täglich) ausgeübt werden kann.

Somit ist jede EU auch eine BU, aber nicht umgekehrt. Wenn beispielsweise ein Maurer aufgrund von Rückenbeschwerden seinem Beruf nicht mehr nachgehen kann, ist prinzipiell etwa noch eine Weiterbeschäftigung am Schreibtisch möglich – er ist also berufs-, nicht aber erwerbsunfähig. Da BU-Fälle folglich häufiger vorkommen, ist der diesbezügliche Versicherungsschutz teurer und an höhere Anforderungen geknüpft. Bestimmte Vorerkrankungen führen zum Ausschluss, und risikoreiche Berufsgruppen müssen häufig tief in die Tasche greifen. Bei vielen Kunden bleibt zur Arbeitskraftabsicherung nur die Option, mit BU-Alternativen ein möglichst enges Sicherheitsnetz zu knüpfen.

Unter diesen Versicherungen ist bei Maklern die gebündelte Variante am beliebtesten, die Multi-Risk-Police. Laut einer Erhebung von Franke und Bornberg favorisieren 40 Prozent diese Rundum-Deckung aus einer Hand, wie sie etwa Swiss Life mit dem SLP-Existenzschutz anbietet. Unter den Einzelversicherungen erhält die EU-Police mit 22 Prozent den meisten Makler-Zuspruch, während 17 Prozent eher auf Schwere-Krankheiten-Vorsorge und 14 Prozent auf eine Grundfähigkeitsversicherung setzen (siehe Grafik).

 

Vorteil der unbestimmten Auslöser Die EU-Versicherung punktet mit einer Bedingung, die sie von Dread-Disease- und Grundfähigkeitspolicen unterscheidet: Egal was zur Erwerbsunfähigkeit geführt hat, allein die Tatsache, dass eine solche vorliegt, bewirkt den Leistungsfall. Damit sind auch psychische Erkrankungen eingeschlossen, die einen der großen Teil der EU-Fälle verursachen, aber von den allermeisten Grundfähigkeits- oder Schwere-Krankheiten-Tarifen nicht abgedeckt werden (eine Ausnahme bildet der Swiss Life Vitalschutz Premium, der auch schwere Depression und Schizophrenie absichert).

Eine EU-Police geht also in die gleiche Richtung wie ihre BU-„Schwester“, nur nicht so weit – der Grund für ihre Beliebtheit als BU-Alternative. Für viele Branchen gibt es überdies attraktive EU-Lösungen zu Sonderkonditionen. So können Angehörige der Branchen Metall- und Elektroindustrie, Stahl, IT, Holz und Kunststoff sowie Textil und Bekleidung die MetallRente.EMI, eine private Erwerbsminderungsversicherung, in Anspruch nehmen. Auch für Kinder, Ehegatten, Lebenspartner und -gefährten gilt dieses Vorzugsangebot, das von einem Konsortium aus zehn renommierten Versicherern getragen wird. Derartige Policen sind ein wichtiger Baustein einer umfassenden biometrischen Absicherung.