VDVM fordert Mischmodelle in der Vergütung

Berater Top News von Michael Fiedler

Der VDVM will sich dafür einsetzen, dass Makler sowohl Courtagen als auch Honorareinnahmen erzielen dürfen, so Dr. Jenssen in seinem Vortrag „Neues aus Brüssel und Berlin“.

Fotolia/VanderWolf Images

Der neue § 34 i GewO wird den Berufszugang für Immobilienkreditvermittler regeln. Sachkundeprüfung und Berufshaftpflichtversicherung stehen an.

Dr. Jenssen, Geschäftsführender Vorstand Verband Deutscher Versicherungsmakler e.V. (VDVM), nannte es bedauerlich, dass nun so viele unterschiedliche Paragraphen existieren. Das Berufsbild Versicherungsmakler sei dadurch nicht klarer geworden. 

Mit Blick auf klare Berufsbilder verwies er auf Österreich. Dort gibt es klare Regeln, wann Makler Courtage beziehen oder wann sie Honorare abrechnen können. Die Märkte in Deutschland und Österreich seien sehr ähnlich; eine Übertragung der österreichischen Gesetze auf Deutschland sei durchaus möglich, so Dr. Jenssen.

Pflicht zur Fortbildung kommt

Dass die Pflicht zur Weiterbildung kommen wird, steht fest. Gestritten wird noch immer über die jeweilige Umsetzung. So sei beispielsweise in Italien Fortbildung ausschließlich über staatlich zertifizierte Anbieter möglich.
Weiterbildungsverpflichtung gilt für jede Person im Maklerbetrieb, für deren Handlungen gehaftet wird. Sprich: Die Pflicht zur Weiterbildung wird auch solche Angestellte im Maklerbetrieb betreffen, die beispielsweise mit Schadenbearbeitung betraut sind.

Die Weiterbildungspflicht umfasst nun 15 Stunden á 60 Minuten. Ob es dann tatsächlich so kommen wird, sei noch offen. Denn die Umsetzung der einheitlichen Vorgaben aus Brüssel obliegt den einzelnen Mitgliedsstaaten. Und allein durch Übersetzungen könnten sich noch Spielräume ergeben.

Produktinformationsblatt für alle Sparten

Für Versicherer stehen weitere Änderungen an: Sie werden zuständig dafür sein, für alle Sparten Produktinformationsblätter zu erstellen. Die Europäische Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung (EIOPA) wird ein einheitliches europäisches Format dafür entwickeln.

Zudem wird eine Produktübersicht und –verwaltung (POG product oversight and government) eingeführt. Dieses Papier soll Ziele definieren, die mit dem Produkt erreicht sollen. Wünsche und Bedürfnisse des Kunden sollen dabei berücksichtigt werden.

Der Vortrag sollte eigentlich „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“ heißen. Denn: Auch wenn die Trilog-Verhandlungen auf europäischer Ebene endeten, steht nun die Umsetzung in nationales Recht an - mit einigen Spielräumen.

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