Vertriebserfolg und Seriosität sind mitnichten Zwillinge

Sachwerte Top News von Robert Krüger-Kassissa

FondsMedia hat sich die Top-10-Emissionshäuser in einer Studie angeschaut und kommt zu eindeutigen Urteilen. Drei der zehn Häuser sind schlichtweg nicht seriös. Mit einem Kommentar von FondsMedia-Geschäftsführer Peter Kastell und einer Bilderstrecke zu den Einzelbewertungen.

Die FondsMedia-Marktstudie
Das Hamburger Analysehaus hat die Top-10-Emissionshäuser unter die Lupe genommen. Viele zweifelhaften Produktgeber feiern dennoch Platzierungserfolge. Die einzelnen Beurteilungen im Folgenden.
 

Die FondsMedia-Studie „Transparenz & Performance-Report Edition 2013“ sorgt in der Leserschaft für Begeisterung. So urteilen die Leser laut FondsMedia mit: „Das Beste, was FondsMedia bisher veröffentlicht hat.“ Die Studie findet eine schillernde Antwort auf die Frage, warum das Image des Marktes geschlossener Fonds - insbesondere medial - derzeit angeschlagen erscheint. Die einzelnen Bewertungen zu den Top-10-Emissionshäuser (Eigenkapital, private Investoren, nach VGF-Zahlen) finden Sie in einer Bilderstrecke unten auf dieser und auf der nächsten Seite.

Der Kommentar von FondsMedia-Geschäftsführer Peter Kastell zur Studie:

Ein Blick auf die „Top Ten“ im vergangenen Jahr zeigt, dass Berater und Investoren mehrheitlich seriöse Emissionshäuser bevorzugen. Allerdings entfällt mit ca. 26 Prozent am Eigenkapitalvolumen ein deutlicher Anteil auf intransparente Anbieter.

Die Frage ist: Woran mag das liegen? Eine kniffelige Aufgabe liegt in der kommunikativen Differenzierung der seriösen Emissionshäuser insbesondere in der Wahrnehmung der Investoren. Transparente Leistungsbilanzen sind grundsätzlich sehr zu begrüßen, begründen aber offensichtlich keinen Misserfolg in Sachen Eigenkapitalplatzierung.

Aus analytischer Sicht steht ein signifikant hohes Maß an Intransparenz einem immensen Platzierungserfolg keinesfalls im Wege. Man kann von Investoren nicht ernsthaft erwarten, tausende von Einzelinformationen zu bündeln und eigenständige Performance-Analysen auszuarbeiten. Lapidare Pauschalbewertungen á la „positive Leistungsbilanz“ finden sich allerdings an jeder Straßenecke.

Eine Aufgabe für den VGF könnte es sein, Leistungsbilanzen unabhängig in Sachen „Transparenz“ und „Performance“ zumindest für die Verbandsmitglieder zu bewerten. Bei einer fairen Bewertung nach gleichbleibenden Kriterien werden aber nicht alle Kandidaten gleichermaßen „positiv“ abschneiden.

Die Gefahr besteht, dass harte Kriterien aufgeweicht oder „Sonderbeurteilungen“ eingeführt werden. Lobbyismus für alle Verbandsmitglieder und glaubwürdige Qualitätsbeurteilungen aus Sicht der Investoren dürften zu kaum überbrückbaren Spannungsfeldern führen. Nun mag es sein, dass ausgerechnet die Vorliebe für „Good News“ den Zugang zu einer ausgewogenen  Medienberichterstattung durch überregionale Wirtschaftsredaktionen erschwert. Weniger seriöse Anbieter von geschlossenen Fonds wissen um die Mechanismen einer Kommunikation, wonach die Fonds (angeblich) „ganz toll laufen“. Eine im Bedarfsfall selbstkritisch-erklärende Kommunikation durch seriöse Emissionshäuser ist allerdings bestenfalls eine Ausnahme, keinesfalls die Regel.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, wie die „Problem-Kombination“ Unseriösität und Vertriebserfolg zu durchbrechen ist. 

Foto: Peter Kastell, FondsMedia