PIA soll Riester-Transparenz fördern

Berater von Matthias Hundt

Fraunhofer sorgt für Klassifizierung von Basis- und Riester-Renten und einheitlicher Effektivkostenberechnung durch die Anbieter

Foto: Fraunhofer_Prof. Dr. Ralf Korn, Leiter der Abteilung Finanzmathematik am Fraunhofer ITWM und Dr. Melissa Ruby, Geschäftsführerin der Produktinformationsstelle Altersvorsorge

Das Bundesfinanzministerium hatte die „Einrichtung und Betrieb der Produktinformationsstelle Altersvorsorge (PIA)“ ausgeschrieben. Den Zuschlag bekam nun die Fraunhofer-Gesellschaft und soll darüber fortan den Verbraucherschutz bei steuerlich geförderten privaten Altersvorsorgeprodukten („Riester-Rente“ und „Basisrente“) stärken.

Ab 2017 müssen Anbieter von Basis- und Riester-Renten ein einheitliches Produktinformationsblatt beigeben, das die Vergleichbarkeit der Produkte in punkto Kosten, Chancen und Risiken sowie der Garantien verbessern soll. Ferner sind Kosten- und Renditekennziffern auszuweisen. Die Aufgaben der PiA (Auszug aus der Ausschreibung des BMF): 

Einordnung in Chancen-Risiko-Klassen (CRK)

Für jeden auf der Basis eines zertifizierten Altersvorsorge- oder Basisrentenvertragsmusters vertriebenen Tarif hat eine Einordnung in CRK auf Basis der Ergebnisse eines Simulationsverfahrens zu erfolgen. Die PiA legt das Simulationsverfahren unter Verwendung anerkannter, finanzmathematischer Modellierungsansätze, sowie die Kriterien für die entsprechende Einordnung fest. Auf Antrag eines Anbieters führt sie die Simulationsberechnungen bezogen auf die Tarife eines Altersvorsorge- oder Basisrentenvertrags durch.
„Wir hoffen mit den Chancen-Risiko-Klassen dem Verbraucher ein verständliches Kriterium an die Hand zu geben, das ihm die Auswahl des für ihn geeigneten Produkts erleichtern wird“, sagt Prof. Dr. Ralf Korn, Leiter der Abteilung Finanzmathematik am Fraunhofer ITWM und als Projektleiter gleichzeitig auch treibende Kraft hinter der Einrichtung der Produktinformationsstelle in Kaiserslautern, in einer offiziellen Presseerklärung. Geschäftsführerin der PIA-gGmbH ist die Aktuarin Dr. Melissa Ruby. 

Vorgaben zu den Effektivkosten 

Im PIB muss der Anbieter auch die Minderung der Wertentwicklung des jeweiligen Produkts durch Kosten in Prozentpunkten, die sog. Effektivkosten, ausweisen. Wie die Effektivkosten zu berechnen sind und damit auch welche Kostenarten in die Effektivkostenberechnung einbezogen werden müssen, soll von der PiA festgelegt und veröffentlicht werden. 

Weiterentwicklung der Verfahren

Ergibt sich aufgrund neuer Erkenntnisse oder neuer Marktentwicklungen Änderungsbedarf zu dem Simulationsverfahren, der Einordnung in die CRK oder der Effektivkostenberechnung hat die PiA die Vorgaben hierzu weiterzuentwickeln.