„Fed und Zinserhöhung machen mich aggressiv“

Investmentfonds Investment-Talk Top News von Annika Janßen

procontra: Was empfehlen Sie fürs Portfolio?

Halver: Die guten alten Aktiensparpläne. Und: Nicht nur im Dax finden sich aussichtsreiche Titel. Vor allem im MDax gibt es einige Aktien zyklischer Branchen, die aus meiner Sicht sehr attraktiv sind.

procontra: Müssen Anleger in Europa sich daran gewöhnen, dass die Zinsen nie mehr signifikant steigen werden?

Halver: Ja. Anleger in unserem Finanzsystem werden keine wirklich hohen Zinsen und Renditen mehr finden. Das ist ein Luxus, den wir uns gar nicht mehr leisten können. Er würde die Refinanzierung von Staatsschulden zunichtemachen und außerdem die größte Blase aller Zeiten, die Anleiheblase, zum Platzen bringen. Allein Gerüchte um eine Zinserhöhung würden einen Exodus an den Rentenmärkten nach sich ziehen – einen solchen Crash kann niemand gebrauchen. Die Anleihemärkte sind nun planwirtschaftlich von den Notenbanken organisiert. Eine Marktwirtschaft werden sie nie mehr sein.

Fed macht einen schlechten Job

procontra: Können Sie das Wort „Zinserhöhung“ in Kombination mit „US-Notenbank Fed“ eigentlich noch hören?

Halver: Nein. Ich kann es nicht mehr hören, da werde ich aggressiv. Nicht nur, weil es immer und immer wieder darum geht, sondern auch, weil die Fed einen schlechten Job macht. Früher war die US-Notenbank Dreh- und Angelpunkt der Weltfinanzmärkte, machte klare Aussagen, beruhigte. Jetzt eiert die Fed rum, kündigt Zinserhöhungen an, um sie dann wieder zu verschieben. Sie hat ein Glaubwürdigkeitsproblem.

procontra: Was sollte sie Ihrer Ansicht nach denn tun?

Halver: Überhaupt nichts. Was allein die Diskussion im September um nur eine einzige eventuell anstehende Zinserhöhung ausgelöst hat, zeigt ganz deutlich: Eine Zinswende, ob in Europa oder in den USA, sollte im Augenblick kein Thema sein. Und das sollte die Fed auch klar formulieren.

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