„Fed und Zinserhöhung machen mich aggressiv“

Investmentfonds Investment-Talk Top News von Annika Janßen

Anleger werden sich daran gewöhnen müssen, dass die Zinsen nie mehr signifikant steigen, sagt Robert Halver, Kapitalmarktexperte der Baader Bank. Warum er mit einer Jahresendrally am deutschen Aktienmarkt rechnet.

Robert Halver Foto: Baader Bank

procontra: Herr Halver, der deutsche Leitindex Dax hat die 10.000-Punkte-Marke nach schwankungsreichen Wochen kürzlich wieder überschritten. War das der Startschuss für eine Jahresendrally?

Robert Halver: Ja. Das Umfeld für einen Aufwärtstrend ist zwar weiß Gott nicht ideal, wenn man sich zum Beispiel die immer noch prekäre Lage in China anschaut. Aber die Liquidität, von den Notenbanken in den Markt gepumpt, wird es richten. So ist die Zinswende in den USA verschoben worden, die Europäische Zentralbank (EZB) dürfte ihr Anleihekaufprogramm noch weiter ausdehnen. Das Billiggeld der Notenbanken ist definitiv ein Kaufanreiz für Anleger. Und was China angeht: Dort hat sich die Situation nach den massiven Kurseinbrüchen im Sommer stabilisiert. Der Aktienindex Shanghai Composite Index mag einfach nicht unter die Marke von 3.000 Punkten fallen – das heißt, chinesische Aktionäre machen nicht noch mehr Verluste und internationale Anleger können sich ein bisschen beruhigen.

procontra: Das billige Geld der Notenbanken mag die Aktienmärkte weltweit treiben. Warum erwarten Sie ausgerechnet für die deutsche Aktienbörse einen goldenen Herbst?

Halver: Zum einen, weil auch Deutschland von der künstlichen Befruchtung der Weltwirtschaft durch die Notenbanken profitiert. Zum anderen hat der Abgasskandal rund um Volkswagen das Industrielabel „Made in Germany“ sicherlich nicht beschmutzt. Deutsche Produkte bleiben auch im Ausland gefragt, das kommt den Unternehmen zugute und somit auch ihren Aktien. Das Schlimmste liegt nach den Krisenmonaten August und September hinter uns. Deswegen bin ich überzeugt, dass es auch im Dax noch weiter aufwärts geht. Nicht zuletzt auch, weil die Renditen am Anleihemarkt nach wie vor erbärmlich sind. Da kommen Anleger um Aktien gar nicht herum.

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