Außendienst in der DDR: 50 Prozent Abschlussprovision

Panorama Top News von Michael Fiedler

Das Deutsche Versicherungsmuseum in Gotha zeigt bis zum 28. Dezember die Sonderausstellung: „Die ersten Schritte – Versicherungen im wiedervereinten Deutschland“.

Rathaus in Gotha. Die Stadt gilt als Wiege der deutschen Versicherungswirtschaft. Fotolia/Werbe-Papst

Der Außendienst der Staatlichen Versicherung der DDR umfasste insgesamt 38.000 Vertreter. Davon waren rund 3.000 hauptberuflich angestellte Inspektoren. Sie führten die 35.000 Nebenberufsvertreter. Diese Inspektoren und Vertreter waren die einzigen Mitarbeiter der Staatlichen Versicherung, die eine leistungsorientierte Bezahlung erhielten, so Dr. Günther Ullrich im Interview mit Barbara Eggenkämper (in: "Die Staatliche Versicherung der DDR: von der Gründung bis zur Integration in die Allianz" C.H. Beck, 2010)

Dr. Günter Ullrich war bei der Staatlichen Versicherung der DDR zuständig für das Privatkundengeschäft. Die Staatliche Versicherung wurde 1990 von der Allianz AG München übernommen. Ullrich war bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2001 Leiter der Allianz Zweigniederlassung Leipzig.

Außendienst in der DDR: 50 Prozent Abschlussprovision

Laut Ullrich erhielten Inspektoren eine geringe Grundvergütung und dazu anteilig 50 Prozent der Abschlussprovision ihrer Nebenberufsvertreter. Zusätzlich natürlich die Abschlussprovision aus selbst vermittelten Verträgen.
Die „leistungsstärksten“ Inspektoren erzielten ein Einkommen von ca. 3.000 DDR-Mark im Monat – ein höheres Einkommen als hohe Staatsbeamte der DDR. Laut Ullrich konnte es bei den Nebenberuflern zu Verdiensten bis zu 1.000 DDR-Mark kommen.

Biografische Brüche

Die Ausstellung in Gotha widmet sich im Wesentlichen jenen Menschen, die vielfach Brüche in ihren Biografien hinnehmen mussten und nach 1990 „ihren Weg“ in die Versicherungsbranche fanden und für sich eine Chance zur Neuorientierung sahen.

Wie sich die Wendezeit aus Sicht eines Versicherers abspielte, wird am Beispiel der Victoria Versicherungsgruppe geschildert.
Daneben zeigt die Ausstellung das Thema „Versicherungen in Gotha im Spiegel von Werbestempeln und Absenderfreistempeln“, mit Belegen vor allem zur Entwicklung der Staatlichen Versicherung der DDR.

Der Eintritt zur Sonderausstellung ist frei. Die Ausstellung findet im Foyer des Deutschen Versicherungsmuseums E.W. Arnoldi statt.

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