vzbv: Geschlossene Fonds nicht für Privatanleger

Sachwerte Top News von Michael Fiedler

Geschlossene Fonds, die Unternehmensbeteiligungen an Immobilien-, Schiffs-, Medien- oder Umweltprojekten bieten, sorgten bei Anlegern für Verluste in Milliardenhöhe – so das Fazit einer Untersuchung von Finanztest. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fordert deshalb, dass diese Fonds nicht aktiv an Kleinanleger vertrieben werden dürfen.

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In der Oktober-Ausgabe von Finanztest wird eine Untersuchung veröffentlicht, die zeigt, dass seit dem Jahr 1972 nur sechs Prozent der untersuchten geschlossenen Immobilien-, Umwelt-, Schiffs- und Medienfonds ihre Gewinnprognosen erfüllten. Weniger als jeder Dritte erwirtschaftete überhaupt einen Gewinn. Die überwiegende Mehrheit, knapp 70 Prozent, machte dagegen Verluste.

Anleger der untersuchten und bereits aufgelösten Fonds verloren insgesamt 4,3 Milliarden Euro. In Aussicht gestellt waren Gewinne von 15,4 Milliarden Euro.

Geschlossene Fonds - „Für Privatanleger völlig ungeeignet“

„Geschlossene Fonds sind hochriskante Produkte und für Privatanleger völlig ungeeignet. Nahezu alle EU-Länder haben das erkannt. Doch Deutschland sieht zu, wie Verbraucher über die Jahre mehrere Milliarden Euro verbrennen, die dringend für die Altersvorsorge gebraucht werden“, so Dorothea Mohn, Leiterin des Teams Finanzen beim Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Sie forderte, dass Geschlossene Fonds nicht länger aktiv an Privatkunden vertrieben werden dürfen.

Unrealistische Gewinnerwartungen

Problematisch sind aus Sicht der Verbraucherschützer besonders die unrealistischen Gewinnerwartungen, die häufig von Vertrieb und Werbung geweckt würden. Zudem bemängelte der Verband, dass in der Anlageberatung nur unzureichend über Risiken aufgeklärt werde, die sich daraus ergeben, dass das investierte Geld über Laufzeiten von bis zu 20 Jahren nicht verfügbar ist. Auch ein Prospekt mit ausführlichen Informationen oder ein vereinfachtes Informationsblatt schütze Verbraucherinnen und Verbraucher nicht ausreichend vor ungeeigneten Produktentscheidungen, so der Bundesverband.

Als Finanztest 2012 geschlossene Immobilienfonds untersuchte, verzichtete das Team um den damaligen Chefredakteur Hermann-Josef Tenhagen darauf, Leistungsbilanzen zu berücksichtigen.