Zähne zusammenbeißen und zahlen

Versicherungen von Carla Fritz

Den gesetzlichen Krankenkassen droht 2015 ein Minus von 6,1 Milliarden Euro, zitiert das Handelsblatt das Kieler Institut für Weltwirtschaft. Die anstehende GKV-Finanzreform bietet Maklern Anlass für Beratung und stützt das Geschäft mit Zusatz-Policen.

Die GKV-Beitragsreform wird 2015 wieder zu mehr Wettbewerb führen. Als Erstes dürften bislang freiwillige – vor allem dentale – Leistungen wegfallen, was das Zusatzpolicengeschäft pushen würde. Rund 724 Euro müssen Kassenpatienten schon bei der gesetzlichen Regelversorgung im Schnitt für neuen Zahnersatz zuzahlen, und damit mehr als die Hälfte des durchschnittlichen Rechnungsbetrages von 1.295 Euro.

Das geht aus dem aktuellen Zahnreport 2014 der Barmer Ersatzkasse hervor. Wer eine höherwertige Versorgung will, muss noch deutlich tiefer in die Tasche greifen. Zwar geht ein Teil der Kassen beim Zahnersatz über den gesetzlichen Rahmen hinaus oder bezuschusst zum Beispiel Zahnprophylaxe. Ob solche freiwilligen Extras jedoch Bestand haben, wenn der Wettbewerb künftig wieder stärker über die Preis-Leistungs-Schiene läuft, wäre die Frage.

Der GKV-Beitragssatz wird 2015 von 15,5 auf 14,6 Prozent sinken. Gleichzeitig dürfen die Kassen wieder – allein zulasten der Versicherten – einkommensabhängige Zusatzbeiträge erheben. Zu vermuten ist: Bevor an der Beitragsschraube gedreht wird, dürften wohl eher freiwillige Leistungen ausgedünnt werden. 

Gravierende Unterschiede 
Private Zahnzusatzversicherungen bieten sich auch insofern einmal mehr als Lückenfüller an. Etwa 400 gibt es derzeit am Markt. Zahnersatztarife findet man schon ab zehn Euro. „Aber solche preislich günstigen Policen leisten in der Regel dann auch nicht viel“, sagt Daniela Hubloher von der Verbraucherzentrale Hessen.

In der Mehrzahl müsse man für eine vernünftige Absicherung schon mit 25 Euro monatlich und mehr rechnen. Gute Tarife erstatten rund 80 bis 90 Prozent des Rechnungsbetrages – die Kassenleistung dabei rechnerisch einbezogen. Im Einzelnen muss man schon sehr genau hinschauen. „Es wird zum Beispiel auch mit 100-prozentiger Erstattung geworben, tatsächlich dann aber nur der Festzuschuss der Kasse noch einmal draufgelegt“, so Hubloher. 

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Illustration: Roman Kulon 

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