„FinTechs nehmen keine Kunden weg, …“

Berater Top News von Robert Krüger Kassissa

… weil sie keine haben“. Fonds Finanz nutzte die gestrige Hauptstadtmesse zum Pressegespräch. Neben den Geschäftszahlen der Münchener ging es um die Zukunft der Maklerpools und dem (angeblich) heißen Thema FinTechs.

Foto: Tim Bröning (links) und Norbert Porazik (rechts), © Fonds Finanz

Für die Zukunft des Geschäftsmodells Maklerpool machen sich Norbert Porazik, geschäftsführender Gesellschafter und Tim Bröning, Mitglied der Geschäftsleitung der Fonds Finanz, keine Sorgen. „Immer mehr Versicherer kündigen ihre Maklerbetreuer oder sogar den Maklern. Diese gehen ihr Geschäft ja nicht auf, sondern kommen logischerweise zu Maklerpools“, sagt Norbert Porazik. Der Zulauf der Makler, welchen besonders die Fonds Finanz verzeichnet, ist also ein Stück weit auch durch die Versicherer verursacht und wird in Zukunft anhalten.

Gelassener Umgang mit FinTechs

Auch den Hype um FinTechs sehen die Fonds Finanzler gelassen. Eigentlich müsste allerdings in den Begrifflichkeiten differenziert werden. Denn in der Start-up-Szene wird zwischen FinTechs, also der Kombination aus Finance und Technik und InsurTechs, also der Kombination aus Insurance und Technik unterschieden. FinTechs sind die Unternehmen, welche im Bankenmarkt agieren wollen. Die Unternehmen, die als neue Akteure im Versicherungsmarkt auftreten, müssten daher richtigerweise InsurTechs genannt werden.

Diese Undifferenziertheit beim Namen zieht sich nach Ansicht der Fonds Finanz auch sonst durch diese Szene. Bei vielen dieser neuen Akteure sei keine klare Linie zu erkennen. Handelt es sich schlichtweg um online-affine Makler oder Leadsammler oder sonstiges? Eine vermeintliche Furcht vor diesen neuen Unternehmen, die oftmals angetreten sind, den Markt zu revolutionieren oder klassischen Maklern das Geschäft wegzunehmen, hält sich in Maklerkreisen in Grenzen. „FinTechs nehmen Maklern keine Kunden weg, weil sie keine haben“, sagt Norbert Porazik.

Und Tim Bröning ergänzt: „Viele dieser FinTechs werden auf der Strecke bleiben“. Übrig bleiben werden in 2020 die Unternehmen, die sich schon 2015 mit Digitalisierungsprozessen beschäftigt haben und nicht die, die 2020 damit anfangen. Und auch bei den Versicherern dreht sich der Wind etwas. Die anfängliche Skepsis oder Furcht weicht einem entspannteren Umgang. Fonds Finanz hat bei den Versicherer nach eigenen Angaben auch reichlich Lobbyarbeit für die FinTechs gemacht. Denn der Pool will und tut dies ja beispielsweise mit treefin bereits, die Errungenschaften und Innovationen dieser Unternehmen den Maklern zur Verfügung stellen, so dass diese mehr Geschäft machen können.

Seite 1: Alles halb so wild mit diesen FinTechs
Seite 2: Mitnichten provisionsfreie Beratung in Großbritannien

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare