„Beitragserhalt zählt mehr als die Garantie“

Versicherungen Top News von Matthias Hundt

Ergo-Vorstand Dr. Johannes Lörper über den Abschied vom „Klassiker“ und den neuen Kundenbedürfnissen bezüglich der eingezahlten Beiträge und lebenslanger Leistung.

Dr. Johannes Lörper, Mitglied des Vorstands der ERGO Lebensversicherung AG

procontra: Der offizielle Abschied vom aktiven Vertrieb von Lebensversicherungen mit Garantiezins kam nicht überraschend. Bitte erläutern Sie dennoch die Beweggründe.

Dr. Johannes Lörper: Wir bieten ja weiterhin Produkte mit Garantie an, haben uns aber entschieden, die klassische Lebensversicherung ab dem 1.1.2016 nicht mehr anzubieten. Ausgenommen davon sind sämtliche Risikoversicherungsprodukte einschließlich Sterbegeld, sofort beginnende Renten sowie klassische Rückdeckungsversicherungen.

procontra:
Was ist jetzt bei der Alternative, der Ergo-Rente Garantie, anders?

Lörper: Anders als bei der Klassik gibt es die Garantie nicht auf den Sparanteil, sondern auf den Erhalt der Bruttobeiträge bei einer Laufzeit von mindestens 15 Jahren. Das heißt, der Kunde bekommt mindestens die eingezahlten Beiträge zurück.
Für die Kunden ist die Garantie bei einem Rechnungszins von 1,25 Prozent für wenige Laufzeiten geringer als beim ERGO Rente Garantie-Modell - für die anderen Laufzeiten nur unwesentlich höher als der Beitragserhalt. Das liegt daran, dass die Garantieverzinsung nur auf den Sparanteil gegeben wird, während der Beitragserhalt für den Gesamtbeitrag gewährleistet.

procontra: Gegen Einmalbeitrag ist der Klassiker also noch zu haben. Warum diese Ausnahme?

Lörper: Für sofort beginnende Rentenversicherungen ist die klassische Form der Lebensversicherung ein gutes Instrument. Hier zeigt der tarifliche Ausgleich im Kollektiv seine besondere Stärke für die Finanzierung von lebenslangen Leistungen.
Diese Art der Vorsorge spricht vor allem Personen an, die zum Beginn des Rentenalters Kapital für eine lebenslange Rente einsetzen möchten. Das kann sich bereits ab 15.000 Euro lohnen. Natürlich hängt das jeweils vom Alter beim Rentenbeginn ab. Eine Rolle spielen auch die persönlichen Lebensumstände oder bereits andere getroffene Vorsorgemaßnahmen.

procontra: Wie sieht die Zukunft Ihrer Riester-Produkte aus?

Lörper: Wir bieten Riester weiterhin an, aber im Laufe des nächsten Jahres nicht mehr über die Ergo Lebensversicherung, sondern unter dem Dach unserer Tochter, der Vorsorge Lebensversicherung AG. Sie ist erfahren in der Verwaltung von Riester-Verträgen. Unser Ziel ist es, zu vereinfachen und die Produktentwicklung und Betreuung dort zu bearbeiten, wo es am sinnvollsten ist. Für Riester ist das bei der Ergo eben die Tochter Vorsorge. Hier werden wir selbstverständlich die hohen Qualitätsansprüche an die Garantie des Beitrags erfüllen. Zusätzlich bekommt der Kunde die Chance, an positiver Kapitalmarktentwicklung teilzuhaben.

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