Talanx AG: Anstieg der gebuchten Bruttoprämien um 12,4 Prozent

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Die Talanx-Gruppe ist mit dem operativen Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr 2015 sehr zufrieden. Das Konzernergebnis betrug nach den ersten sechs Monaten 311 (381) Mio. EUR - ohne die vollumfängliche Abschreibung des Goodwills im deutschen Lebensgeschäft in Höhe von 155 Mio. EUR hätte der Gewinn bei 466 Mio. EUR und somit deutlich über der Vorjahresperiode gelegen. Das operative Ergebnis (EBIT) verbesserte sich ungeachtet des Sondereffekts um 1,0 Prozent auf knapp über 1 Mrd. EUR. Das Ergebnis je Aktie lag im ersten Halbjahr 2015 bei 1,23 (1,51) EUR.

Getragen wurde die positive Geschäftsentwicklung von einem erfreulichen Anstieg der Prämieneinnahmen in allen Geschäftsbereichen. Die gebuchten Bruttoprämien wuchsen in den ersten sechs Monaten konzernweit um 12,4 Prozent auf 16,8 (15,0) Mrd. EUR an. Bereinigt um Währungskurseffekte lag der Prämienzuwachs bei 6,2 Prozent. Erneut profitierten die Beitragseinnahmen von einem wachsenden Auslandsgeschäft.

"Wir haben uns im ersten Halbjahr 2015 in einem anhaltend herausfordernden Umfeld behauptet und dabei unsere ursprünglichen Erwartungen an den Geschäftsverlauf übertroffen. Wir haben daher unsere Gewinnprognose für das Gesamtjahr 2015 angepasst. Diese liegt nach der Goodwill-Abschreibung bei 600 bis 650 Mio. EUR. Ohne den Sondereffekt hätte sich eine Gewinnerwartung von 755 bis 805 Mio. EUR ergeben - spürbar mehr als zu Jahresbeginn erwartet", sagte Herbert K. Haas, Vorstandsvorsitzender der Talanx AG.

Zum Ende des Halbjahres hatte Talanx in der Erstversicherung den auf das deutsche Lebensversicherungsgeschäft entfallenden Goodwill von 155 Mio. EUR vollumfänglich abgeschrieben.Die Abschreibung resultierte aus der Aufteilung der Vorstandsverantwortlichkeiten für die Sparten Leben- und Schaden-/Unfallversicherung im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland, in deren Folge auch der Goodwill anders als bislang spartenspezifisch zu überwachen ist.

Das operative Geschäft verlief in den ersten sechs Monaten ungeachtet einer erhöhten Großschadenlast von insgesamt 363 (250) Mio. EUR erfreulich. Auf die Rückversicherung entfielen Großschäden in Höhe von 197 (105) Mio. EUR, auf die Erstversicherung 166 (145) Mio. EUR. Die Schäden resultierten im ersten Quartal neben mehreren Feuerschäden insbesondere aus dem Absturz des Germanwings-Flugs 4U9525 sowie aus Unwetterschäden. Teuerstes Schadenereignis war dabei Sturm "Niklas" mit einem Gesamtaufwand für den Konzern von knapp 49 Mio. EUR. Im zweiten Quartal belasteten vor allem mehrere große Sach- und Transportschäden die Gruppe. Insgesamt verblieb die Belastung aber unterhalb des periodenanteiligen Großschadenbudgets.

Die kombinierte Schaden-/Kostenquote blieb mit 96,4 (96,4) Prozent auf dem soliden Vorjahresniveau. Das versicherungstechnische Ergebnis ging um 9,8 Prozent auf -851 (-775) Mio. EUR zurück, insbesondere bedingt durch die hier gebuchte Beteiligung von Lebensversicherungskunden an einem gestiegenen Kapitalanlageergebnis. Das Kapitalanlageergebnis stieg um 4,6 Prozent auf 2,0 (1,9) Mrd. EUR an.

Zum 30. Juni 2015 wies die Talanx-Gruppe eine Eigenmittelausstattung nach Solvency I von 223,5 Prozent (31. Dezember 2014: 228,2 Prozent) aus. Das Eigenkapital stieg im ersten Halbjahr trotz Zinsanstieg und Dividendenausschüttung leicht um 0,3 Prozent auf knapp über 8 Mrd. EUR.

Im zweiten Quartal 2015 erhöhte der Konzern seine Brutto-Prämieneinnahmen begünstigt durch Währungskurseffekte um 12,6 Prozent auf 7,4 (6,6) Mrd. EUR. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote verbesserte sich aufgrund einer geringeren Großschadenlast in der Erstversicherung auf 96,2 (98,4) Prozent. Das versicherungstechnische Ergebnis lag bei -462 (-405) Mio. EUR. Das Kapitalanlageergebnis legte um 11,0 Prozent auf 1,0 (0,9) Mrd. EUR zu. In der Quartalsbetrachtung sank das operative Ergebnis aufgrund der genannten Goodwill-Abschreibung um rund 80 Mio. EUR auf 372 (451) Mio. EUR. Bereinigt um die Abschreibung lag das EBIT mit 527 Mio. EUR allerdings deutlich über dem Vorjahresquartal. Das Konzernergebnis nach Steuern und Zinsen betrug 60 (165) Mio. EUR, bereinigt um die außerordentliche Abschreibung waren es 215 Mio. EUR.

Ebenfalls im zweiten Quartal 2015 wurden die im Jahr 2005 von der Hannover Finance (Luxembourg) S.A. begebene nachrangige Schuldverschreibung in Höhe von 500 Mio. EUR sowie die ebenfalls 2005 emittierten Nachranganleihen der HDI Lebensversicherung AG in Höhe von 160 Mio. EUR und der Talanx Finanz (Luxemburg) SA in Höhe von 350 Mio. EUR zum ersten ordentlichen Rückzahlungstermin in Höhe des gesamten Nominalbetrags zurückgezahlt.

Nach dem Stichtag des 30. Juni 2015 wurde Anfang August die zu Jahresbeginn bekanntgegebene Beteiligung von Talanx an dem Investment-Dienstleister Caplantic Alternative Assets GmbH genehmigt. Talanx übernimmt 45 Prozent der Anteile an der Gesellschaft.

Entwicklung der Geschäftsbereiche
Im Geschäftsbereich Industrieversicherung legten die gebuchten Bruttoprämien gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 5,1 Prozent auf 2,6 (2,5) Mrd. EUR zu. Hierzu trug insbesondere das Wachstum der ausländischen Niederlassungen bei. Währungsbereinigt stiegen die Prämieneinnahmen im Segment um 1,1 Prozent. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote lag mit 98,7 (99,4) Prozent leicht unter Vorjahresniveau. Das versicherungstechnische Ergebnis stieg somit auf 13 (6) Mio. EUR. Das Kapitalanlageergebnis ging auf 113 (151) Mio. EUR zurück. Dieses hatte im Vorjahreszeitraum von höheren realisierten Abgangsgewinnen profitiert. Das operative Ergebnis lag im Berichtszeitraum nahezu unverändert bei 142 (141) Mio. EUR. Geringere Ertragsteuern führten zu einem um 9,0 Prozent gestiegenen Konzernergebnis von 97 (89) Mio. EUR.

Im zweiten Quartal 2015 lagen die Prämieneinnahmen des Geschäftsbereichs mit 736 (733) Mio. EUR leicht über Vorjahresniveau. Begünstigt durch eine geringere Großschadenlast stieg das versicherungstechnische Ergebnis auf 7 (-45) Mio. EUR. Das Kapitalanlageergebnis ging im gleichen Zeitraum auf 60 (79) Mio. EUR zurück. Die Verbesserungen im versicherungstechnischen Ergebnis trugen maßgeblich zu dem auf 70 (35) Mio. EUR gestiegenen operativen Ergebnis bei. Der Beitrag des Geschäftsbereichs zum Konzernergebnis lag bei 50 (21) Mio. EUR.

Die gebuchten Bruttoprämien im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland stiegen im ersten Halbjahr 2015 um 3,0 Prozent auf 3,7 (3,6) Mrd. EUR. Die deutschen Lebensversicherer verzeichneten ein Beitragsplus von 5,7 Prozent auf 2,7 (2,5) Mrd. EUR, insbesondere bedingt durch gestiegene Einmalbeiträge. Gemessen am Jahresbeitragsäquivalent (Annual Premium Equivalent, APE) legte das Neugeschäft um 13,5 Prozent auf 236 (208) Mio. EUR zu. Wachstumstreiber war dabei das über unsere Bankpartner akquirierte Geschäft. In der Schaden-/Unfallversicherung sanken die Prämieneinnahmen in Folge einer anhaltend disziplinierten Zeichnungspolitik in der Kfz-Sparte um 3,7 Prozent auf 1,0 (1,0) Mrd. EUR.

Die Beteiligung der Lebensversicherungskunden am gestiegenen Kapitalanlageergebnis des Segments führte zu einem Rückgang des versicherungstechnischen Ergebnisses auf -840 (-808) Mio. EUR. Das Kapitalanlageergebnis legte insgesamt um 1,2 Prozent auf 948 (937) Mio. EUR zu. Die außerordentlichen Kapitalerträge lagen dabei mit 167 Mio. Euro auf dem hohen Vorjahresniveau und dienten der Finanzierung der Zinszusatzreserve, der im ersten Halbjahr 220 (154) Mio. EUR zugeführt wurden. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote der Kompositversicherung lag trotz einer gesunkenen Schadenquote mit 101,1 (101,2) Prozent nahezu auf Vorjahresniveau. Das EBIT sank im Geschäftsbereich aufgrund der Goodwill-Abschreibung im Lebensgeschäft in Höhe von 155 Mio. EUR auf -61 (97) Mio. EUR. Ohne diese Abschreibung hätte das operative Ergebnis auf Vorjahresniveau gelegen. Der Beitrag des Segments zum Konzernergebnis gab auf -104 (57) Mio. EUR nach, bereinigt um die Goodwill-Abschreibung hätte er bei 51 Mio. EUR ebenfalls ungefähr auf Vorjahresniveau gelegen.

Im zweiten Quartal 2015 erzielte der Geschäftsbereich unverändert Prämieneinnahmen in Höhe von 1,5 (1,5) Mrd. EUR. Das versicherungstechnische Ergebnis betrug aufgrund der Beteiligung von Versicherungsnehmern an höheren Kapitalanlageerträgen -448 (-378) Mio. EUR. Diese hatten um 15,6 Prozent auf 504 (436) Mio. EUR zugelegt. In der Kompositversicherung sank die kombinierte Schaden-/Kostenquote bedingt durch einen günstigeren Schadenverlauf auf 101,8 (102,1) Prozent. Das EBIT ging nach der Goodwill-Abschreibung auf -118 (43) Mio. EUR zurück, ohne Goodwill-Abschreibung hätte es bei 37 Mio. EUR gelegen. Zum Konzernergebnis trug die deutsche Privat- und Firmenversicherung -139 (29) Mio. EUR bei - bereinigt um die Abschreibung 16 Mio. EUR.

Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International erzielte in den ersten sechs Monaten 2015 ein Beitragsplus von 6,1 Prozent. Die gebuchten Bruttoprämien lagen bei 2,4 (2,3) Mrd. EUR. Währungskursbereinigt betrug das Wachstum im Geschäftsbereich 5,9 Prozent. Das Schaden-/Unfallgeschäft verbuchte einen Zuwachs von 16,4 Prozent. Das organische Wachstum der Sparte lag ohne Berücksichtigung der im ersten Quartal 2015 übernommenen chilenischen Magallanes-Gruppe bei 9,6 Prozent, währungskursbereinigt bei 9,4 Prozent. Wachstumstreiber waren erneut unsere lateinamerikanischen Einheiten und unsere türkische Tochtergesellschaft. Die Magallanes-Gruppe steuerte im bisherigen Jahresverlauf Bruttoprämien von rund 100 Mio. EUR und ein EBIT von rund 8 Mio. EUR bei. Im Lebensgeschäft führten insbesondere niedrigere Einmalbeiträge in Italien zu rückläufigen Prämieneinnahmen; sie gaben um 11,7 Prozent auf 730 Mio. Euro nach.

Die kombinierte Schaden-/Kostenquote der Kompositversicherer verbesserte sich bedingt durch eine rückläufige Schadenquote unter anderem in Polen leicht auf 95,2 (95,3) Prozent. Das versicherungstechnische Ergebnis stieg daher um 35,7 Prozent auf 19 (14) Mio. EUR. Insbesondere höhere Kapitalanlagebestände trugen zu einem gestiegenen Kapitalanlageergebnis bei. Dieses verbesserte sich um 7,1 Prozent auf 167 (156) Mio. EUR. Die Steigerungen in Kapitalanlage und Versicherungstechnik führten zu einem EBIT-Anstieg um 2,4 Prozent auf 127 (124) Mio. EUR. Der Beitrag des Geschäftsbereichs zum Konzernergebnis lag bei 77 (74) Mio. EUR.

Auch im zweiten Quartal stiegen die gebuchten Bruttoprämien an. Nach einem Beitragsplus von 8,7 Prozent lagen sie bei 1,2 (1,1) Mrd. EUR. Das versicherungstechnische Ergebnis verbesserte sich auf 11 (6) Mio. EUR, während das Kapitalanlageergebnis auf 88 (82) Mio. EUR wuchs. Infolge dieser positiven Entwicklungen sowie Konsolidierungseffekten der Magallanes-Gesellschaften lag das operative Ergebnis am Quartalsende nach einem Zuwachs von 14,8 Prozent bei 71 (62) Mio. EUR. Der Beitrag zum Konzernergebnis stieg um 23,2 Prozent auf 44 (35) Mio. EUR.

Die gebuchten Bruttoprämien im Segment Schaden-Rückversicherung erreichten mit einem deutlichen Plus von 21,9 Prozent 5,0 (4,1) Mrd. EUR. Bereinigt um Währungskurseffekte betrug das Wachstum 10,0 Prozent. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote blieb mit 95,4 (95,1) Prozent auf gutem Niveau. Das versicherungstechnische Ergebnis stieg um 7,1 Prozent auf 167 (156) Mio. EUR. Das Kapitalanlageergebnis verbesserte sich um 6,1 Prozent auf 437 (412) Mio. EUR. Das Segment erzielte vor diesem Hintergrund ein operatives Ergebnis von 616 (533) Mio. EUR. Der Beitrag zum Konzernergebnis stieg auf 206 (165) Mio. EUR.

Im zweiten Quartal legten die Prämieneinnahmen um 19,5 Prozent auf 2,4 (2,0) Mrd. EUR zu. Das EBIT stieg um 36,4 Prozent auf 337 (247) Mio. EUR. Zum Konzernergebnis trug das Segment 119 (70) Mio. EUR bei.

In der Personen-Rückversicherung stiegen die Prämieneinnahmen im ersten Halbjahr 2015 um 21,0 Prozent auf 3,6 (3,0) Mrd. EUR. In lokalen Währungen lag die Wachstumsrate bei 8,9 Prozent. Das versicherungstechnische Ergebnis gab auf -216 (-147) Mio. EUR nach. Ursächlich hierfür waren höhere Sterblichkeits- und Stornoraten in Teilen des US-Mortalitätsgeschäftes. Das Kapitalanlageergebnis lag mit 366 (299) Mio. EUR hingegen aufgrund eines Sondereffektes deutlich über dem Vorjahresniveau. Mit einem Zuwachs von 27,6 Prozent verbesserte sich in Folge auch das operative Ergebnis deutlich auf 194 (152) Mio. EUR. Der Beitrag des Segments zum Konzernergebnis lag bei 69 (57) Mio. EUR.

In der Quartalssicht legten die gebuchten Bruttoprämien der Personen-Rückversicherung um 24,6 Prozent auf 1,8 (1,5) Mrd. EUR zu. Das operative Ergebnis lag bei 18 (88) Mio. EUR, zum Konzernergebnis trug das Segment 3 (36) Mio. EUR bei.

Ausblick 2015
Talanx strebt für das Geschäftsjahr 2015 - auf Basis konstanter Wechselkurse - ein Bruttoprämienwachstum von 1 bis 3 Prozent an, das vorwiegend im Ausland generiert werden soll. Die Kapitalanlagerendite sollte über 3,0 Prozent liegen. Unter Berücksichtigung der im zweiten Quartal 2015 erfolgten vollständigen Abschreibung des auf das deutsche Lebensversicherungsgeschäft entfallenden Goodwills von 155 Mio. EUR wird für das laufende Geschäftsjahr ein Konzerngewinn zwischen 600 und 650 Mio. EUR erwartet. Damit sollte die Eigenkapitalrendite im Jahr 2015 bei 7 bis 8 Prozent liegen. Der Dividendenvorschlag des Vorstands für das Geschäftsjahr 2015 wird von der Goodwill-Abschreibung unberührt bleiben, sich also aus heutiger Sicht bei einer Ausschüttungsquote von 35 bis 45 Prozent an einer IFRS-Bemessungsgrundlage von 755 Mio. EUR bis 805 Mio. EUR orientieren. Die Ziele stehen unter dem Vorbehalt konstanter Wechselkurse, des Ausbleibens negativer Entwicklungen an den Kapitalmärkten sowie einer Großschadenbelastung innerhalb des Großschadenbudgets.

Vollständige Unterlagen zum Zwischenbericht: http://www.talanx.com/investor-relations/presentations-and-events/disclosure/2015.aspx?sc_lang=de-DE

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