„Ich würde keinen BRIC-Fonds kaufen“

Investmentfonds Investment-Talk Top News von Julia Groth



procontra:
Welche Emerging Markets finden Sie darüber hinaus interessant?

Gerhardt: Mexiko zum Beispiel. Die USA sind der größte Absatzmarkt für mexikanische Waren, das Land profitiert also von der Erholung der US-Wirtschaft. Darüber hinaus privatisiert Mexiko gerade seine Ölwirtschaft. Dieser Schritt eröffnet ein enormes Investitionspotenzial. Auch die Philippinen, mein Favorit unter den ASEAN-Ländern, sind sehr spannend. Die Wirtschaft wächst konstant, neue Industriezweige sind entstanden. Es entwickelt sich ein zahlungskräftiger Mittelstand. Ich halte auch viel von Vietnam: Das Land verfügt über eine extrem junge und ehrgeizige Bevölkerung, ist wettbewerbsfähiger geworden und investiert zunehmend in seine Infrastruktur.

procontra: Werden diese und andere Schwellenländer leiden, wenn die US-Notenbank Fed ihren Leitzins erhöht? Im September könnte es so weit sein.

Gerhardt: Die Emerging Markets haben mittlerweile einen eigenen Zinszyklus. Wenn in den USA die Zinsen steigen, werden die Zinsen in den Schwellenländern nicht notwendigerweise mit steigen. Wir sehen dort im Gegenteil eher die Tendenz zu fallenden Zinsen. Das heißt allerdings nicht, dass ein Zinsschritt in den USA kein Risiko für die Emerging Markets bergen würde.

procontra: Wie könnten Anleger reagieren?

Gerhardt: Steigende US-Zinsen könnten Investoren dazu veranlassen, wieder stärker in US-Anleihen zu investieren. Darüber hinaus haben die niedrigen Zinsen einige Profi-Anleger zu Arbitragegeschäften verleitet: Sie haben sich in US-Dollar Geld geliehen und es in den Schwellenländern investiert. Wenn die Fed die Zinsen anhebt, könnten also Gelder aus den Emerging Markets abfließen.

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