Bürgerversicherung kommt wieder ins Spiel

Versicherungen Top News von Michael Fiedler

Karl Lauterbach, SPD-Fraktionsvize, schloss heute gegenüber dem ARD-Morgenmagazin Zusatzbeiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung aus. In diesem Jahr können Zusatzbeiträge vermieden werden, weil die Kassen Reserven bilden konnten, so Lauterbach. Aber die Zeit der eingefrorenen Arbeitgeberbeiträge neigt sich dem Ende.

Foto: Karl Lauterbach, Screenshot ARD Morgenmagazin (MoMa)

Die Rücklagen der GKV würden allerdings nicht lange verhindern können, dass zusätzliche Beiträge erhoben werden müssten.

Die Ausgabenanstiege im Gesundheitssystem seien auf mehrere Ursachen zurückzuführen:

- Pflegekräfte werden besser bezahlt
- Einstellung zusätzlicher Pflegekräfte
- Weiterbildung von Hausärzten
- Beseitigung der Unterfinanzierung von Hochschulkliniken

Hinzu kommt, dass die Geburtsjahrgänge 1950 – 1970 nun langsam ein Alter erreichen, in dem chronische Erkrankungen zum Regelfall gehören, so der SPD-Fraktionsvize.

Die demografische Entwicklung erhöht spürbar den Kostendruck auf das Gesundheitssystem.
„Wenn wir nichts unternehmen, kommt es zu einer einseitigen Finanzierung der Mehrkosten im Gesundheitssystem durch die Arbeitnehmer – das wäre ungerecht“, ergänzte Lauterbach.

Denn der Arbeitgeber-Beitrag ist bei 7,3 Prozent festgeschrieben – eine Vereinbarung der schwarz-gelben Koalition, die die SPD bei den letzten Koalitionsverhandlungen nicht ändern konnte.

Zwar seien derzeit noch keine Beitragserhöhungen vorgesehen, doch müsse das Thema in Ruhe besprochen werden, meinte Lauterbach. Er warnte entschieden davor, dass die Gesundheitskosten stärker ansteigen als die Renten. Dadurch würden die Renten zusätzlich verknappt.

Der Bevölkerung sei leicht zu vermitteln, dass die steigenden Beiträge auch von den Arbeitgebern mitfinanziert werden müssten. Zudem sei zu keinem Zeitpunkt vereinbart gewesen, dass die Arbeitgeberbeiträge für immer festgeschrieben werden sollen.

„Die Zeit der eingefrorenen Arbeitgeberbeiträge neigt sich dem Ende“, so Lauterbach im ARD-Morgenmagazin.

Mittelfristig könne nur eine Bürgerversicherung helfen, meinte Lauterbach, denn auch die Private Krankenversicherung habe Probleme. Das Nebeneinander der beiden Systeme sieht Lauterbach kritisch und tritt seit Jahren für eine Bürgerversicherung ein.

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