BU-Abschluss: Darauf sollten Sie achten

Versicherungen von Michael Fiedler

Berufsunfähigkeitsversicherungen müssen zum individuellen Kundenwunsch, den Bedürfnissen und finanziellen Möglichkeiten des Mandanten passen. Nahezu unmöglich, pauschale Urteile im Bereich Versicherung zu treffen. Dennoch gibt es einige Anhaltspunkte, die Maklern und ihren Mandanten Orientierung bieten. procontra hat eine Checkliste zusammengestellt.

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Im Bereich Berufsunfähigkeitsversicherung hat der Leistungsumfang der Tarife in den letzten Jahren zugenommen. Zusatzservices und die Aufsplitterung in verschiedene Risikoklassen erschweren es allerdings, den Überblick zu behalten.

BU-Rating – Ihre Mandanten sind keine Musterkunden
Einen solchen Überblick verschaffen beispielsweise Rating-Ergebnisse unabhängiger Analysehäuser, wie beispielsweise Franke und Bornberg. Zu beachten sind immer die Testbedingungen bzw. was eigentlich bewertet und untersucht wurde. Wenig hilfreich sind Rating-Ergebnisse für bestimmte Musterkunden – es sei denn, der Musterkunde entspricht dem Mandanten in Beruf, Alter und Gesundheitszustand. Franke und Bornberg hingegen untersucht die Bedingungswerke der Anbieter u.a. nach Leistungspunkten. Anbieter, die ein hervorragendes Rating aufweisen können, verfügen also über ein bestimmtes Leistungsvermögen.

Klauseln, die wichtig sind
Im Falle einer Berufsunfähigkeit sollte niemand auf andere Tätigkeiten verwiesen werden können. Makler sollten also sichergehen, dass der Anbieter auf die abstrakte Verweisung verzichtet. Mittlerweile ist der Verzicht auf abstrakte Verweisung allerdings beinahe „Marktstandard“.

Eine erweiterte Prüfung des Vorberufs führt oft zu schlechteren Konditionen – sie sollte vermieden werden. Die Fristen für die Berücksichtigung des Vorberufs reichen bei einigen Versicherern von 6 bis 24 Monaten. Zu den wichtigen und sinnvollen Zusatzleistungen zählt eine Wiedereingliederungshilfe. Dabei handelt es sich um eine Zahlung – mitunter bis zu sechs Monatsrenten – die genutzt werden soll, um beispielsweise eine Umschulung zu finanzieren.

Bei bestimmten Berufsfeldern – insbesondere Lebensmittel- und Medizinbranche – können Behörden bei Vorliegen einer Infektion ein Tätigkeitsverbot aussprechen. Einige BU-Versicherer bieten eine Infektionsklausel an, die bei andauerndem Tätigkeitsverbot von einer Berufsunfähigkeit ausgeht.

Bearbeitung, Leistungsquote und Service
Neben dem Leistungsumfang spielen aber auch andere Aspekte in die Wahl des passenden BU-Versicherers hinein: Bietet der Versicherer im Ernstfall schnelle und unkomplizierte Lösungen? Sind die Bearbeitungszeiten für den Leistungsantrag Bestandteil der Versicherungsbedingungen? Wie sieht die Leistungsquote des Versicherers aus?

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