Versicherungstag ohne Plasberg

Panorama von Christian Hilmes

Die von der „Bild am Sonntag“ (BamS) ausgerufene „Versicherungsaffäre um TV-Star Plasberg“ ist beim GDV zur Chefsache geworden: Hauptgeschäftsführer Jörg von Fürstenwerth begründete jetzt die Trennung von Plasbergs Produktionsfirma.

Foto: Jörg von Fürstenwerth, Vorsitzender der Hauptgeschäftsführung, GDV

Der am 25. November in Berlin geplante Versicherungstag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zum Thema Digitalisierung finde „natürlich“ statt, stellt Fürstenwerth klar. „Auch wenn die Produktionsfirma von Moderator Frank Plasberg den GDV dabei nicht mehr unterstützen wird.“

Plasberg ist Geschäftsführer der Ansager & Schnipselmann GmbH & Co KG. Das Düsseldorfer Unternehmen ist hauptsächlich für die ARD-Talkshow „Hart aber fair“ verantwortlich, hatte aber auch vom GDV den Auftrag angenommen, prominente Gäste wie zum Beispiel Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) zum Versicherungstag einzuladen.

Redaktion auf Einladungsschreiben genannt
Zum Skandal im Sommerloch erhob die BamS aber, dass die beauftragten Einladungsschreiben die Unterzeichnung des Chefs vom Dienst der Redaktion „hart aber fair“ trugen. Die BamS zitierte zu diesem Thema einen Sprecher des zuständigen ARD-Senders WDR, wonach dieses Verhalten „nicht zulässig ist und künftig zu unterbleiben hat“.

Für Fürstenwerth steht aber fest: „Der Vorgang wirft grundsätzliche Fragen auf, die über einen ärgerlichen Formfehler einer Signatur hinausgehen.“ Von den Medien erwarte und erhalte sein Verband trotz vieler Geschäftsbeziehungen „keine Sonderbehandlung“. Das zeige nicht zuletzt die Berichterstattung der BamS aus dem Axel-Springer-Verlag, der ebenfalls Dienstleister des GDV sei. 

„Haben uns einen dicken Schnitzer erlaubt“

Trotzdem zog der GDV in den vergangenen Tagen Konsequenzen: „Den Versicherungstag werden wir nun im gegenseitigen Einvernehmen ohne die Unterstützung der Firma Ansager & Schnipselmann organisieren“, so Fürstenwerth. Die Trennung bestätigte TV-Moderator Plasberg im Interview mit dem Online-Medienmagazin DWDL.

„Wir haben uns einen dicken Schnitzer erlaubt, der uns mächtig auf die Füße gefallen ist. Und dafür müssen wir nun gerade stehen“, erklärt Plasberg in dem Interview. Die falsche Signatur unter den Einladungsschreiben für den GDV-Versicherungstag drohe sogar, die Reputation von „hart aber fair“ zu beschädigen. 

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