Kundenbriefe: Versicherer verliert gegen Makler

Berater von Christian Hilmes

Die Thummet Versicherungsmakler GmbH aus dem mittelfränkischen Heroldsberg hat einen wegweisenden Rechtsstreit mit einem Versicherer gewonnen. Ergebnis: Die Assekuranz darf bei Kunden nicht für konzerneigene Berater werben.

Foto: Harald Thummet, Geschäftsführer der Thummet Versicherungsmakler GmbH

Es ist nicht die feine Art, in Briefen an Versicherte unter „Es betreut Sie:“ Ansprechpartner des konzerneigenen Allfinanzvertriebs aufzuführen, obwohl der angeschriebene Kunde einen Maklervertrag mit einem Versicherungsmakler geschlossen hat und dieser dem Versicherungsunternehmen eine entsprechende Vollmacht vorgelegt hat.

Dass dieses Verhalten zudem gegen das geltende Recht verstößt, hat in dieser Woche das Oberlandesgericht Nürnberg (Az.: 3 U 2086/14 – noch nicht rechtskräftig) entschieden. Das Urteil untersagt der verklagten Assekuranz ähnliche Angaben außerdem auf Versicherungsscheinen unter „Ihr persönlicher Ansprechpartner:“.

Kläger ist IGVM-Mitglied
Erstritten wurde das aktuelle Urteil mit Unterstützung der Interessengemeinschaft Deutscher Versicherungsmakler (IGVM), dessen Mitglied die Firma Thummet ist, durch Rechtsanwalt Dr. Sebastian Lux von der Kanzlei RAE Dres. Wiedemann, Bronnenmeyer, Zeug und Kollegen aus Nürnberg. Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar.

Die Revision beim Bundesgerichtshof hat der Senat wegen der grundsätzlichen Bedeutung zugelassen. Bereits in einem ähnlichen Rechtsstreit gewann kürzlich auch das Maklerunternehmen Michael Otto KG gegen ein andere Versicherungsgesellschaft in einem Verfahren vor dem Oberlandesgericht OLG Celle.

Dem verklagten Versicherer wurde in dem Celler Fall sogar untersagt, unmittelbar mit dem Kunden zu korrespondieren. Denn der hatte seinem Makler Postempfangsvollmacht erteilt und der Schriftverkehr sollte über das Maklerbüro laufen. Zu einem weiteren Antrag des Klägers sehen die Richter noch Klärungsbedarf. Darüber wird im September verhandelt.

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