„Fortsetzung der griechischen Tragödie“

Investmentfonds von Robert Krüger Kassissa

Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn hat die Einigung des Euro-Gipfels vom Montagmorgen kritisiert: Die Euro-Abmachung hilft Griechenland nicht wirklich.

Hans-Werner Sinn, © ifo Institut

„Viele Leute glauben, dass das vorliegende Papier gut für Griechenland ist. Das ist es nicht“, sagte Hans-Werner Sinn in München. „Während der Beschluss den Rest Europas viel Geld kosten wird, wird all dieses Geld nicht genügen, um die griechischen Bürger zufriedenzustellen.“ Griechenland sei zu teuer und deshalb nicht mehr wettbewerbsfähig. „Es macht keinen Sinn, die Probleme des Landes mit immer mehr Geld zuschütten zu wollen. Das ist teuer und verhindert die Schaffung wettbewerblicher Wirtschaftsstrukturen. Nachhaltige Arbeitsplätze erzeugt der Geldsegen nicht.“ 

Nur das Einleiten einer realen Abwertung von Löhnen und Preisen würde die Situation in Griechenland nachhaltig verbessern. „Doch eine solche reale Abwertung bräuchte sehr viel Zeit, und sie wäre äußerst ineffizient und unfair, weil sie asymmetrisch verliefe und Schuldner in den Bankrott triebe“, so Sinn.

Ohne größere soziale Auswirkungen bliebe nur eine offene Abwertung der Währung für Griechenland. „Da das im Euro nicht geht, bleibt nur der Austritt. Das griechische Volk ist stolz und intelligent, Griechenland ist die Wiege der europäischen Kultur. Ich verstehe nicht, warum das Land finanziell abhängig sein will von anderen Ländern“, fragt sich Sinn.

Nur der Schäuble-Vorschlag des temporären Austritts habe das Potenzial gehabt, Griechenlands Wirtschaft wieder auf Trab zu bringen, fügte Sinn hinzu. Dieser Schäuble-Vorschlag wurde hingegen von vielen Euroländern stark kritisiert. Weil dieser Vorschlag nun vom Tisch ist, werde sich nach Sinn die griechische Tragodie für zunächst weitere drei Jahre fortsetzen.

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