Ein Jahr LVRG – Klar ist wenig

Versicherungen Top News von Robert Krüger Kassissa

Noch sei es zwar zu früh für abschließende Fazits hinsichtlich der Auswirkungen des LVRG, heißt es allenthalben, doch zugleich wird schon wieder nach dem Gesetzgeber gerufen.

© DDRockstar

Am 6. August 2014 wurde das Lebensversicherungsreformgesetz im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Die Neuregelung der Bewertungsreserven sowie die Ausschüttungssperre von Dividenden gelten schon seit dem 7. August. Andere Änderungen des LVRG wie Absenkung des Garantiezinses, Änderung bei der Beteiligung an den Risikoüberschüssen, die Angabe der Effektivkostenquote und die Änderung des Höchstzillmersatzes gelten seit Anfang dieses Jahres.

Das LVRG bewegt die Branche und vor allem die Studienersteller. Denn eine Reihe von verschiedenen Institutionen beschäftigt sich mit den Auswirkungen des Gesetzes. Ein Auszug:

Innovalue (Juni 2015):
„Die Anpassung an den neuen Höchstzillmersatz läuft, wird allerdings in den verschiedenen Häusern sehr unterschiedlich gehandhabt. Nur die wenigsten Anbieter reduzieren ,hart' auf 25 Promille und auch eine Ausweitung der Haftzeit wird sich erst mal nicht durchsetzen. Insgesamt ist aber davon auszugehen, dass das Vergütungsniveau weiter sinken wird“, so Christian Mylius, Managing Partner der Innovalue Management Advisors.

Große, finanzkräftige Marktteilnehmer könnten die aktuelle Phase besser überstehen als die kleinen Anbieter. „Das ist keine Überraschung, wobei Zweifel bestehen, ob der Gesetzgeber diese Auswirkung bei der Verabschiedung des LVRG im Sinne hatte. Zudem ist eine weitere Verschärfung der regulatorischen Bedingungen nicht auszuschließen, sollte die Branche zu zögerlich agieren“, so Mylius.

Towers Watson, VersicherungsJournal, Prof. Beenken und Radtke (Mai 2015):

Die Abschlussprovisionen in der Lebensversicherung sind in den ersten Monaten nach Einführung des LVRG noch nicht in der Breite gesunken, jedoch scheint die durchschnittliche Stornohaftungszeit leicht gestiegen zu sein.

DIA und ITA (Mai 2015):
Abschluss- und Vertriebskosten
Bei der Mehrzahl der untersuchten Tarifen haben die Anbieter die einmaligen Abschluss- und Vertriebskosten entsprechend dem Höchstzillmersatz gesenkt. Insgesamt hat der Gesetzgeber das mit dem LVRG verfolgte Ziel erreicht, dass die einmaligen Abschluss- und Vertriebskosten im Interesse der Kunden sinken. Aber: Die meisten Anbieter von Tarifen mit einmaligen Abschluss- und Vertriebskosten haben im Gegenzug die laufenden Kosten erhöht. Ziel der Maßnahmen war es nicht, die Kosten insgesamt zu senken. Im Interesse der Vermittler wurden die laufenden Kosten erhöht.

Effektivkosten
Insgesamt sind die Effektivkosten der Tarife, die untersucht wurden und bei denen Morgen & Morgen Effektivkosten zur Verfügung gestellt hat, gesunken.

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Seite 2: Ruf nach dem Gesetzgeber


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