Wer die Pfennig nicht ehrt ...

Berater Top News von Robert Krüger-Kassissa

... ist die Pflege nicht wert. Zugegebenermaßen ist Pflegevorsorge nicht das spannendste Versicherungsthema. Doch wer Leonie Pfennig zuhört, gewinnt einen spannenden Eindruck davon, was schiefläuft im System und bei einigen Zusatztarifen.

„Die Versicherer, die mit vielen Rating-Siegeln, Anzeigen und bunten Filmchen für ihre Produkte werben, regen mich auf, und schade finde ich, dass so viele Makler auf diesen Blödsinn reinfallen“, sagt Leonie Pfennig. Wer sich mit der 46-jährigen Berlinerin über das Thema Pflege unterhält, merkt schnell, dass die Frau weiß, wovon sie spricht.

Denn Pfennig arbeitet zwar erst seit 2006 als Maklerin, doch in den Jahren zuvor war sie am Puls der Zeit oder in diesem Fall genau gesagt: nah dran am Patienten. Von 1991 bis 2002 betrieb sie als Inhaberin einen ambulanten Pflegedienst mit 20 Mitarbeitern.

„Ich habe diesen Pflegedienst aufgrund von Fachkräftemangel aufgegeben. Gerade in einer Stadt mit Überversorgung wie Berlin ist dieses Business nur lukrativ, wenn man richtig groß ist. Ansonsten streiten sich alle um die Patienten“, resümiert die Wirtschaftskauffrau.

Selbst vor Jahrzehnten war der Fachkräftemangel also schon ein großes Thema in der Pflegebranche. Nach der Aufgabe des Pflegedienstes nutzte Pfennig ihre Erfahrung in diesem Bereich und beriet Patienten bei allen Fragen rund um die Einstufung bei den Pflegestufen.

„Das ist wie in Rechtsfragen: Wenn Sie keine Rechtsberatung haben, werden Sie vielleicht über den Tisch gezogen. Und in puncto Pflegestufen und Vorgehen des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen, kurz MDK, der die Einstufung vornimmt, haben die wenigsten Ahnung“, so Pfennig. 

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Foto: Claudia Heinstein, blitzsalon.de

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