Sind Ihre Selbstständigen schon abgesichert?

Arbeitskraftsicherung von Matthias Hundt

Kaum eine Zielgruppe ist so abhängig von ihrer Arbeitskraft wie die Selbstständigen. Was Makler beim Schutz mittels Krankentagegeld beachten sollten.

Mit selbstständigen Kunden sprechen Makler über viele Themen. Privater Krankenschutz, Betriebshaftpflicht oder eventueller Fuhrpark, der versichert werden muss. Doch wie sieht es mit dem Schutz der Arbeitskraft aus? Immerhin steht und fällt damit im Zweifel das gesamte Unternehmen.

Gesetzlich versicherte Arbeitnehmer erhalten bei längerer Krankheit nur sechs Wochen lang Lohnfortzahlung. Danach gibt es Krankengeld, das maximal 90 Prozent des Nettoeinkommens
betragen darf. Gutverdiener büßen absolut gesehen mehr ein. Eine Krankentagegeld-Versicherung schließt die Lücke.

Fast unabdingbar ist die Police für Privatversicherte, weshalb die meisten privaten Vollversicherungstarife sie einschließen. Im Risiko stehen vor allem Selbstständige, die in den ersten 42 Tagen meist keinen Schutz haben – bisweilen auch nicht danach. Auch bei vorhandener BU-Versicherung kann es Monate dauern, bis eine Berufsunfähigkeit anerkannt und Geld gezahlt wird – womöglich erst lange nachdem der Krankenversicherer unter Verweis auf ebendiese Berufsunfähigkeit die Krankengeldzahlung eingestellt hat.

„Eine Krankentagegeld-Versicherung
ist insbesondere für die meisten Selbstständigen unverzichtbar – und kann eine wichtige Brücke bilden, bis ein BU-Schutz greift“, meint Michael Franke vom Analysehaus Franke und Bornberg.



Darauf sollten Sie achten
Die Höhe des Krankentagegeldes sollte so gewählt sein, dass es die zwingenden monatlichen Ausgaben abgedeckt sind. Sinnvoll ist die Option einer Erhöhung ohne erneute Gesundheitsprüfung. Da es eine Karenzzeit gibt, nach der erst Leistungen erfolgen, sollten bei einem Rückfall die Krankheitstage addiert werden können. Zudem sollte Arbeitslosigkeit oder Berufsunfähigkeit während der Krankheit nicht zum sofortigen Zahlungsstopp führen.

Mit welchen Kosten ist zu rechnen?
Die Beitragshöhe basiert darauf, welchen Tagesbetrag man im Krankheitsfall wünscht und ab welchem Krankheitstag gezahlt wird. Zudem zählt auch hier das persönliche Risiko zu erkranken,
das beispielsweise am Alter und Beruf, aber auch an Vorerkrankungen festgemacht wird. So kann man als gesunder 30-Jähriger bereits für rund 10 Euro monatlich ein Krankentagegeld von 15 Euro ab dem 43. Krankheitstag vereinbaren. Auf der anderen Seite kann die monatliche Prämie über 200 Euro hinausgehen, wenn ein früher Beginn hoher Zahlungen gewünscht wird und/oder Vorerkrankungen vorliegen.

Foto: industrieblick_fotolia

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