Grexit – Katastrophe oder Chance?

Investmentfonds von Robert Krüger Kassissa

Der mögliche Austritt Griechenlands aus der Eurozone bestimmt die politische Debatte derzeit. procontra-Kolumnist und Talkshowgast Prof. Max Otte gibt sich dabei ziemlich gelassen und befürwortet schon seit Langem ein Griechenland ohne Euro.

Das Thema Griechenland landete, angefeuert durch den abgebrochenen Vermittlungsversuch zwischen EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und der griechischen Regierung, auch beim Sonntagabend-Talk von Günther Jauch. Die Gäste ließen sich in zwei Lager einteilen. Die Grexit-Gegner bzw. Optimisten bezüglich einer Einigung vertreten durch Martin Schulz (Präsident des EU-Parlaments, SPD) und Ulrike Herrmann (taz). Die Grexit-Befürworter: CDU-Bundestagsabgeordneter Wolfgang Bosbach und Wirtschaftsprofessor, Fondsmanager und procontra-Kolumnist Max Otte. „Stell Dir vor, Griechenland geht aus dem Euro und keiner merkt es“, sagte Otte. Die Deutschen würden von einem Austritt Griechenlands gar nichts merken. Wenn Griechenland aus dem Euro ist, dann braucht das Land trotzdem neue Hilfspakete, welche dann nach Otte aber der Bevölkerung und nicht den Banken zugute kommen sollten.

Gefahr für die Weltwirtschaft

Für Deutschland wäre das Ausscheiden der Griechen aus der Eurozone unmittelbar zwar wohl kein Problem, bestätigte auch Martin Schulz. Aber auf die G-7-Partnerländer Italien und Frankreich als große griechische Schuldner wären die Auswirkungen massiv.

Zudem hätten US-Präsident Barack Obama und der japanische Premierminister Shinzo Abe die Europäer auf dem kürzlich beendeten G7-Gipfel auf Schloss Elmau angefleht, das Griechenland-Problem zu lösen. Denn wenn Griechenland aus der Eurozone geht, wird es zu Währungsspekulationen gegen den Euro kommen, die auch den US-Dollar und den japanischen Yen unter Druck setzen könnten. „Aus meiner Sicht ist der Grexit eine unkalkulierbare Gefahr für die Weltwirtschaft“, so der Präsident des EU-Parlaments. Er selbst kämpfe „bis zur letzten Sekunde“ für einen Kompromiss. „Wir werden alles tun, um Griechenland im Euro zu halten.“

Nicht: „Koste es, was es wolle“
In der Position des CDU-Manns Bosbach wurde auch die Kritik am Kurs der Kanzlerin Merkel deutlich. Die Rettung Griechenland dürfe nicht nach dem Motto erfolgen: „Koste es, was es wolle“. Es kann zudem zum Domino-Effekt kommen. Nach der Großzügigkeit gegenüber Griechenland, sind Zugeständnisse gegenüber anderen europäischen Ländern nicht mehr abzuschlagen. „Dann ist der Weg in die Transferunion nicht mehr zu vermeiden“, so Bosbach.

Foto: © UbjsP

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