Bausparen: Schluss mit Provisionsabgabe

Berater von Christian Hilmes

Max Herbst gibt auf. Der Kopf hinter der FMH-Finanzberatung, die seit vorigem Jahr per Online-Portal Bausparverträge vermittelte und bei Abschluss eine Rückerstattung von 50 Prozent der Gebühr versprach, bietet keinen Bausparvergleich mehr an.

Unter der Überschrift „Bausparen adé“, erklärt Herbst auf der FMH-Internetseite die Gründe für den Rückzug: „Wären wir polemisch veranlagt, würden wir die letzten Monate wie folgt zusammenfassen: Die Bausparkassen haben gewonnen, die Bausparkunden in jedem Fall verloren.“

Und weiter: „Dafür, dass sich der Kunde mithilfe unseres Bausparvergleichs quasi selbst beriet, wollten wir ihn belohnen. Wir wollten – für uns nur logisch und fair – die Provision, die Bausparkassen für die Vermittlung eines Vertrags zahlen, mit dem Kunden teilen.“ Doch dem habe das Provisionsabgabeverbot entgegengestanden, „ausgesprochen von der BaFin“.

„Bausparkassen stellten sich quer“
Zwar sei dann die Erstattung der Abschlussgebühr Ende 2014 grundsätzlich erlaubt worden. „Doch kaum war das Provisionsabgabeverbot quasi gekippt, die Überraschung: Nun stellten sich die Bausparkassen quer!“ In den Vertragsklauseln wurde Vertretern die Provisionsweitergabe generell untersagt.

FMH wolle zwar weiterhin über das Bausparen berichten. „Aktiv in die Bausparinformation einsteigen werden wir allerdings erst wieder, wenn sich die Geschäftspolitik der Bausparkassen geändert hat.“ Alle bisher geschlossenen Verträge würden „entsprechend den Zusagen der Bausparkassen abgewickelt“. 

Kritik an Lockerung des Abgabeverbots
Im Versicherungsbereich ähnliche Abweichungen vom gesetzlichen Verbot der Provisionsabgabe zu tolerieren, stießen in der Vergangenheit teilweise auf heftige Kritik: Michael H. Heinz, Präsident des Bundesverbands deutscher Versicherungskaufleute (BVK), argumentierte im procontra-Interview: „Eine Provisionsabgabe ist höchst unsolidarisch“

Eine andere Meinung vertrat bislang Norman Wirth vom AfW Bundesverband Finanzdienstleistung. Er halte das gesetzliche Verbot für nicht mehr zeitgemäß, denn es sei ein „Eingriff in die Dienstleistungsfreiheit sowie eine staatliche Beschränkung der Wettbewerbsfreiheit“. Und weiter: Die deutsche Regelung sei nicht mit dem Europarecht vereinbar.

Foto: FMH-Finanzberatung

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